1980. Los Angeles ist in Aufruhr, denn gerade wurde John Lennon erschossen. Millionen Menschen trauern um ihn und machen ihn dadurch im Nachhinein erst recht zu einem Heiligen. Josie versteht den Hype nicht, hat sie diesen Menschen doch gar nicht persönlich gekannt - worum soll sie also trauern? Darüber hinaus ist sie mit ihrem Leben im Moment viel zu glücklich, um zu trauern. Alles ändert sich, als sie einen Anruf von der Polizei erhält, die sie bittet, eine unbekannte Leiche zu identifizieren.
Ein Mann, dessen Beschreibung auf ihren Verlobten, einen Künstler passt, wurde tot in einem Hotelzimmer aufgefunden. Selbstmord. Er habe sich unter dem Namen Oscar Wilde dort angemeldet und ihre Telefonnumer bei der Anmeldung hinterlegt. Josie bezweifelt, dass es Michael ist, sie will es einfach nicht wahrhaben, es kann einfach nicht sein. Wieso sollte er das tun? Sie sind doch glücklich miteinander. Doch als sie schließlich auf die Leiche blickt, muss sie sich eingestehen, dass ihr Verlobter tot ist.
Nur sehr langsam kann sie sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass sie ihn verloren hat. Josie lässt sich völlig in ihrer Trauer gehen, sie beginnt, das Leben abzulehnen. Besonders offene Konflikt mit Michaels Mutter Meredith, die ihr die Schuld an seinem Tod gibt, macht ihr zu schaffen. Doch obwohl die beiden sich auf den Tod nicht ausstehen können, ist ihnen bewusst, dass die jeweils andere die einzige noch existierende Verbindung zu Michael ist. Und so suchen sie beide unbewusst und ungewollt immer wieder die Nähe der anderen. So gerät Josie mehr und mehr in Meredith' Bannkreis und lässt sich die Kontrolle über ihr Leben aus der Hand nehmen.
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Janet Fitch zeichnet mit "Paint it Black" die Chronologie einer Trauer nach; die Sinnlosigkeit des eigenen Lebens, nachdem ein geliebter Mensch freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Wie soll man damit umgehen, wem soll man die Schuld geben? Josie und Meredith treffen in dieser Orientierungslosigkeit aufeinander. Beide versuchen, Michaels Beweggründe zu verstehen, wobei im Laufe der Zeit immer mehr Geheimnisse seines Lebens offenbart werden und Josie sich fragen muss, ob sie ihn überhaupt je wirklich ekannt hat.
Diese intensive, eindringliche Geschichte gewinnt eindeutig an Tiefe durch die Interpretation der Sprecherin Anna Thalbach. Die Schauspielerin, die für "Paint it Black" gerade den Deutschen Hörbuchpreis bekommen hat, liefert mit diesem Hörbuch eine großartige Leistung ab. Die Zerbrechlichkeit der jungen Josie vermag sie ebenso gekonnt stimmlich darzustellen wie die Wut, Verzweiflung und den Hass, den Meredith empfindet. Dabei wirkt sie nie künstlich, bleibt immer authentisch. Auch kleine Nuancen in der Gefühlswelt der Fiuren transportiert sie gekonnt und absolut glaubhaft. Der Hörbuchpreis als beste Interpretin ist allemal gerechtfertigt.
"Paint it Black" - ein Roman, bei dem das Innerste, das Seelenleben zweier vollkommen unterschiedlicher Frauen nach außen getragen wird und die beiden Extreme ihrer Empfindungen aufeinander prallen. Sehr gefühlvoll und pointiert vorgetragenes Hörbuch, das allerdings auch einiges an Aufmerksamkeit verlangt.