Nun geht es wieder rund. Die Buchwelt trifft sich dieser Tage in Leipzig, um Ihnen, den Lesern, die neuesten Bücher zu präsentieren. Wir haben das Angebot mal unter die Lupe genommen und stellen Ihnen einige ausgewählte Höhepunkte des diesjährigen Bücherfrühlings vor.
Jenny Erpenbeck: "Heimsuchung"
"Heimsuchung" ist ein anmutiges, episches wie poetisch verdichtetes Lesevergnügen der menschlichen Suche und Sehnsucht nach Heimat, in dem die Autorin zwölf verknappte Lebensläufe vorstellt, die alle mehr oder weniger miteinander verwoben und untrennbar mit der deutschen Geschichte verbunden sind.
In „Exit Ghost“ trägt Philip Roth nun mit Nathan Zuckermann eine der bedeutendsten Figuren der modernen Literatur in schonungsloser Deutlichkeit zu Grabe. Mit diesem Roman wendet sich Philip Roth unumstößlich dem Ende zu und verabschiedet sich aus dem Kosmos sprühender Lebendigkeit, die künftig wohl nur noch als wehmütige Erinnerung seiner Protagonisten eine Rolle spielen wird. Oder weiß Roth seine Leserschaft immer noch zu überraschen?
Igor Štiks „Die Archive der Nacht“ ist ein abenteuerlicher, wagemutiger und kraftvoller Marsch durch unsere Zeit, der eine Brücke zwischen den europäischen Katastrophen des vergangenen Jahrhunderts schlägt. Ihm ist nichts weniger gelungen, als ein gesamteuropäischer Geschichtsroman.
Ein engagierter, dabei aber höchst unterhaltsamer, spannender und nachdenklich stimmender Roman über den Umgang mit der Umwelt und die Auswüchse eines falsch verstandenen Umweltaktivismus.
Amy Bloom: "Die unglaubliche Reise der Lillian Leyb"
Neben dem New Yorker jüdischen Viertel ist es die gefährliche Reise über den halben Kontinent nach Alaska und Sibirien, die mit vielen Abenteuern aufwartet. Charakterstudien und Lebenskunst sind die herausragenden Merkmale der Erzählung. Milieustudien von seltener Vielfarbigkeit bieten bestechende Unterhaltung.
Hiromi Kawakawi: "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß. Eine Liebesgeschichte"
Atmosphärisch still und begleitet von den schönsten Zeilen des Schweigens und der Ruhe in der Natur erlebt man eine Liebesgeschichte, die ganz ohne Sexszenen auskommt und an die Gefühle der Leser rührt und ihn hoffen lässt, alles möge ein gutes Ende nehmen.
Der Autor hat einen Thriller aufgebaut, der ein Dorf in Südamerika und seine Bewohner in der überwältigenden Vielfalt zwischen absonderlich, reich, arm und normal schildert. Spannend und atmosphärisch nah beim Thema fühlt man sich gefesselt und bleibt es bis zum Ende der Geschichte.
Für den passionierten Krimileser ist das Buch unbedingt zu empfehlen.
Mit Weynfeldt gelingt Suter ein sehr ansprechendes und beeindruckendes Portrait eines Mannes, dessen Leben eigentlich schon gelaufen zu sein schien, dem es auf der Oberfläche seiner Existenz mehr als nur gefallen hat, der quasi nur noch sein eigener Erbverwalter war, und dem es dennoch gelingt, zwar nicht laut und rebellisch gegen seine lieb gewonnenen Gewohnheiten und Freunde vorzugehen sondern subtil und mit dennoch großer Kraft.