Der Autor Andreas Neider formuliert in seinem Ratgeber nicht nur Tipps, welche Medien „man“ wie nutzen soll, worauf Eltern oder Erziehende beim Einkauf zu achten haben, sondern er kümmert sich ebenso um die Haltung gegenüber einer Mediennutzung ebenso wie um die Wirkungen und vor allem darum, welche Ziele die Erziehung eben auch mit den Medien letztlich verfolgen soll.
Das besonders hervorgehobene und in allen Kapiteln des Buches Sinn und Orientierung gebende Stichwort lautet „Medienbalance“. Diese beherzigt neben der psychologischen Entwicklungssituation von Mädchen und Jungen die Wirkungen von Medien auf das Denken, Wollen und Fühlen, weiter die Analyse und Zusammenschau alltäglichen Handelns im Hinblick auf aktivierende oder passive Anregungen und Erlebnisse und schließlich die medienpsychologische Komponente.
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Es wird offensichtlich, dass die in Studien festgestellte Mediennutzungskomponente nicht die alleinige Wahrheit und Handlungsorientierung sein kann – oder eigentlich doch, je nachdem, welche Konsequenzen man daraus zieht.
Es muss darum gehen, die Entwicklung von Mädchen und Jungen in einer Weise zu unterstützen und zu begleiten, die vielfältige Erfahrungsräume und –hintergründe möglich macht, die Medien sinnvoll dort nutzt, wo eine reale Lernanregung unzureichend ist oder aber virtuelle Lern- und Erfahrungsinhalte einen erweiterten Bildungshorizont schaffen. Es gilt Lock-Versprechungen mit Kaufanreiz als das zu entlarven, was sie sind: Geldschneiderei. Ein Gedächtnistraining auf der Spielkonsole, ein Mathematikprogramm auf dem Computer braucht es bei der Vielzahl von gedruckten gleichartigen Aufgaben sicher nicht.
Medienkompetenz steht im Blickpunkt moderner Pädagoginnen und Pädagogen und beinhaltet aber eines ganz sicher: die „Spreu vom Weizen“ zu trennen, will heißen Sinnvolles von Überflüssigem unterscheiden zu lernen, sich mit allen Sinnen in Lernfelder zu begeben und sich auf keinen Fall von der Diktatur der Elektronik einschränken und bestimmen zu lassen.