Auf Wanderungen im Orlagau, an der Saale von der Quelle bis nach Weißenfels, in der Thüringer Rhön und den Rennsteig entlang findet der Dichter seine Heimat wieder.
Er lauscht den Namen der Fluren und Ortschaften nach, zwiespicht mit den Forsten, Bergen und Auen, beschwört das Mittelalter in Burgen, Schlössern, Bergwerken und Köstern und betrauert die verfallenen Eisenbahnlinien, Hammerwerke, Hütten und Brauereien. Im genius loci verschmelzen Mythen, Volksglaube, Landschaft und Überlieferung. Das persönlichste Buch des Autors mit deutlichen Worten zur Entwicklung seit 1990.
Uwe Lammla wurde am 21. Januar 1961 in Neustadt/Orla geboren. Zu dieser Zeit war jedermann in Mitteldeutschland bewußt, daß das Schlupfloch Berlin nicht mehr lange bestehen würde. Bei Uwe Lammla gab die Urgroßmutter den Ausschlag, die klarstellte, sie werde sich auf dem Dachboden erhängen, wenn die jungen Leute Haus und Hof im Stich ließen. Auf diese Weise ist Uwe Lammla ein waschechter Ossi geworden, d. h. er hat den Wessis die Erfahrung voraus, daß ein scheinbar unerschütterliches Staatsgebilde schon mal einstürzen kann. Heute gelten Gedichte als der Gipfel der Harmlosigkeit, doch Uwe Lammla arbeitet daran, daß sie wieder verfolgt und verboten werden. Als bekennender Lutheraner ist für ihn das Böse allzeit und allgegenwärtig. Wer vom Bösen nicht bedrängt wird, kann kein guter Christ sein. Uwe Lammla lebt vom Bücherverkauf und manchmal grämt es ihn, daß zu viele nichtswürdige dabei sind. Er tröstet sich dann mit dem Gedanken, dies sei besser, als im Finanzamt zu sitzen und den Afganistan-Krieg zu finanzieren. Wie Gott dies beurteilt, möchte er freilich lieber nicht prophezeien. Gleichwohl ist Gott sein Thema und was Gott mit der Geschichte und vor allem mit den Deutschen wohl vorhat. Gibt es ein Heiliges Reich? - und wenn, ja, was folgt daraus für uns?