Arne kommt nicht nach Hause zurück. Es heißt, eine Splittergruppe der Maoisten haben ihn und zwei weitere Europäer in ihrer Gewalt. Arne hatte in einem Waisenhaus gearbeitet und er war an ein paar freien Tagen zum Wandern in den Himalaja gefahren. Die kritische Lage in Nepal hat er möglicherweise unterschätzt. Seine Familie in Deutschland macht sich große Sorgen. Arnes Bruder Christopher informiert sich über die Maoisten. Er möchte seinem Bruder helfen, doch wie sollte das gehen? So leiht er sich aus der Bibliothek einen Bildband über Nepal. Die Bilder faszinieren ihn. An einem Bild, das den tropischen Urwald zeigt, bleibt er hängen. Er konzentriert sich, bis er in dem Bild verschwindet und sich im Urwald wiederfindet.
Hier fällt Christopher auf einem Pfad direkt über etwas, das er nicht sehen kann. Es ist der unsichtbare Jumar. Der Königssohn ist ausgezogen, um zu verhindern, dass sein Vater, der König, gestürzt wird. So hat er den sicheren Palast verlassen, um den Anführer der Aufständigen zu finden und zu töten. Die beiden Jungen erzählen sich ihre Geschichten und beschließen zusammen weiterzuziehen.
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Als Christoper zum ersten Mal einen Drachen sieht, glaub er ganz fest in einem Traum gefangen zu sein. Er sieht wie dieser die Farben raubt, so dass die Feldfrüchte zwar noch genießbar, aber nicht mehr sättigend sind. Die Menschen die auf den Feldern arbeiten, werden vor seinen Augen in Bronzestatuen verwandelt. So müssen die beiden Jungen nicht nur Arne finden und den Aufständigen Einhalt gebieten, sie müssen auch die Drachen besiegen.
Ein Junge der träumt und ein Junge, der unsichtbar ist, sind die Hauptfiguren dieser fantasievollen Geschichte. Schon das allein macht Lust auf das Buch. Die Erwartungen sind entsprechend hoch, werden aber von der Autorin erfüllt.
Es ist keine gemütliche Geschichte, die den Leser hier erwartet. Die Kinder werden mit Gewalt konfrontiert und müssen lernen Entscheidungen zu treffen, die sie in diesem Alter eigentlich noch nicht treffen müssen sollten. Dennoch wird die Geschichte mit Humor erzählt, vielleicht um ihr ein wenig die Härte zu nehmen.
Zeit scheint in diesem Buch keine Rolle zu spielen. Perfekt wurde die Gegenwart mit einem Märchen verbunden. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die vielschichtige Geschichte liest sich gut, auch wenn sie immer wieder für Nachdenklichkeit sorgt. Der Roman berührt und er verstört auch ein wenig. Das Buch hat Tiefgang und bringt vielfältige Gefühle zum Tragen. Der märchenhaft wirkende Abenteuerroman hinterlässt einen bleibenden Eindruck.