Wortgeschichten und Sprachführer unserer Alltagsbegriffe
Wieder hat sich der Autor die Mühe gemacht, Worte, Begriffe und Redensarten zu sammeln. Ein durchaus merkwürdig-skurriles und doch so wichtig-interessantes Vergnügen...
Ein wenig springt des Autors Spaß an der Findung von Wortbedeutungen auch auf die Leserschaft über, denn neben der rein sachlichen Erläuterung, woher bestimmte Begriffe wie zum Beispiel „verschmitzt“ (ursprünglich „ peitschen“) oder „geheuer“ (ursprünglich „nicht zur eigenen Siedlung gehörend“) oder „Spitzbube“ (interessanterweise ist damit weniger ein Kleinkrimineller, sondern eher ein Polizeispitzel gemeint) ihren Ursprung haben, erfährt man auch in kurzen Anekdoten oder Geschichten ein wenig Hintergründiges.
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Sicher aufschlussreich ist das Kapitel „Schimpfwörter“, denn dort erfährt man die Bedeutung des „Schweinepriesters“ ebenso wie „Zimtzicke“ oder auch „Beleidigte Leberwurst“ und weitere bekannte und weniger bekannte Alltagsworte und –formulierungen.
Wie schon im ersten Band dieses Erklär-Lexikons gibt es eine Abkürzungsübersicht und ein sinnvolles alphabetisch geordnetes Stichwortverzeichnis am Ende. Wenn sich auch das Lesevergnügen aufgrund der doch sehr sachlichen Darstellung in Grenzen hält, so bietet die Wortbedeutungssammlung durchaus einen anregenden Fundus zum Nachschlagen unserer alltäglichen Sprache.
Wolfgang Seidel Die alte Schachtel ist nicht aus Pappe dtv
2. Auflage als Taschenbuch 2008
256 Seiten, 9,50 Euro
ISBN-13: 9783423344494
ISBN-10: 3423344490
Wolfgang Seidel hat sich erneut auf Spurensuche begeben. Was hat der Franz damit zu tun, wenn man die Orientierung verliert und sich »verfranzt«? Woher kommt das »Armutszeugnis«, wo liegt das »Wolkenkuckucksheim«, welche Bedeutung hat »Hongkong«? Ist der Butler - wortgeschichtlich gesehen - wirklich nur der »Herr der Flaschen«? Wolfgang Seidel nimmt biblische Begriffe ebenso unter die Lupe wie psychologische, zeigt, dass Latein und Altgriechisch alles andere als »tote« Sprachen sind und widmet sich nicht zuletzt der stattlichen Anzahl von Schimpfwörtern. Wieso etwa heißt man jemanden einen »Armleuchter«? Fest steht jedenfalls: Der »Lausbub« hat keine Läuse, die »Zimtziege« keinen Zimt gefressen und auch die »alte Schachtel« ist keineswegs aus Pappe.Ebenso vergnüglich wie erhellend: der Nachfolgeband zu dem Bestseller »Woher kommt das schwarze Schaf?«