Ein Jahr ist es her, dass FBI-Agentin Kate Moran ihren Verlobten David und dessen Tochter an den sadistischen Killer Gemal verlor. Heute sitzt sie ihm gegenüber in der Todeszelle. Kate verspürt nur Freude bei dem Gedanken an seinen Tod, doch der Mann, der sich selber „Jünger des Teufels“ nennt, verdirbt ihr auch diese Stunde: Er sagt ihr die Wahrheit über Davids Tod.
Niemand, nicht einmal die überzeugtesten Gegner der Todesstrafe sind traurig, als der sadistische Psychiater und Psychopath Gemal, der „Jünger des Teufels“ die Giftspritze erhalten soll. Zahlreiche Doppelmorde folgten seiner ersten Tat, dem Mord am eigenen Vater und der eigenen Schwester. Auch David und Megan waren unter seinen Opfern, und FBI-Agentin Kate Moran weiß, dass sie den Tod ihres Verlobten und dessen Tochter nie wird verwinden können. Doch kurz vor seinem Tod verkündet der Killer ihr, die beiden hätten nie zu seinen Opfern gehört. Der Killer sei noch frei und er, er selber werde wiederkehren.
Tatsächlich wird am nächsten Tag ein Doppelmord begangen, der ganz klar die Handschrift des Killers trägt. Und als ob das nicht genug wäre, erhält Kate einen Anruf – von David. Mehr und mehr beginnt die junge Frau an ihrem Verstand zu zweifeln. Ist es möglich, dass die Toten zurückkehren? Da hat ihr Kollege Stone eine ganz andere Theorie. Der besessene Ermittler ist fest davon überzeugt, Davids Mörderin längt kennen gelernt zu haben. Er verdächtigt Kate selbst. In der Doppelrolle von Jägerin und Gejagter hetzt Kate von Boston nach Paris bis in die Türkei, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen.
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Der größte Teil der Spannung des Thrillers rührt vielleicht von der Spannung her, wie der Autor die Geschichte denn nun auflösen wird. Die Konventionen realistischer Thriller werden heutzutage mit derartiger Selbstverständlichkeit gebeugt, dass es durchaus vorstellbar ist, dass sich Glenn Meade für eine übersinnliche Auflösung entscheidet. Umso interessanter ist die Frage, ob es auch gelingen kann, in den Bahnen der Realität zu bleiben und dennoch glaubwürdig zu bleiben. Der Autor spielt mit einer rasanten, faszinierenden Ausgangssituation, dem Killer, der in der Todeszelle seinen wichtigsten Mord widerruft und der die Heldin so zu einer erneuten, beinahe aussichtslosen Jagd zwingt. Auch diese Jagd selber ist temporeich inszeniert, wenn auch vom Ansatz – die Jägerin, die langsam zur Gejagten wird – nicht unbedingt neu. Auch die Figur der Heldin bietet genug Anknüpfungspunkte für die Identifikation. Ihr Verlust, der immer wieder in Rückblenden aufblitzt, ist tragisch genug, um anzurühren, während der Roman selber über genug Tempo verfügt, um nicht zu stagnieren.
Dass am Ende doch eine gewisse Enttäuschung zurückbleibt, liegt an eben jedem Ende. Es soll an dieser Stelle nicht verraten werden, für welche Auflösungsvariante Meade sich entscheidet, doch insgesamt ist der Schluss nicht stimmig. Zu viele neue Aspekte werden auf einmal hinzugezogen, beinahe wie im guten alten Agatha-Christie-Roman, auf dem auf den letzten zehn Seiten noch einmal ein ganzes Heer von wichtigen neuen Figuren auftaucht. Auch die Wandelung, die Kates größter Widersacher Stone am Ende durchmacht, bleibt in dieser Form unmotiviert und hinterlässt einen etwas süßlichen Nachgeschmack. So legt der Leser am Ende ein wirklich spannendes Buch aus der Hand, das seine Faszination aber mit der Auflösung verloren hat. Nun weiß man, wie es ausgeht, doch der Schluss ist nicht so angelegt, dass man die Geschichte erneut lesen muss.