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Autobahn zum Mutterkreuz PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dominik Nüse, am 03-03-2008 14:00
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AutobahnHaben Geschichtsprofessoren heutzutage nichts mehr zu tun? Oder ist es nur ein Phänomen von Historikern, die sich mit dem Nationalsozialismus beschäftigen – oder gar nur ein persönliches narzisstisches Problem des Herrn Prof. Dr.Wolfgang Wippermann, dass er immer mal wieder auf dem Bildschirm auftaucht, gerne auch in solch journalistisch-anspruchsvollen Sendungen wie Kerner?

Nun hatte der gute Wolfgang Wippermann das Glück (oder Pech) in der Kerner-Sendung als „Experte“ geladen zu sein, in der auch Eva Hermann die Chance hatte, Hitler für den Bau der Autobahnen zu danken, und dafür sehr streng von Prof. Dr. Wolfgang Wippermann und auch Johannes Baptist Kerner gerügt und von letzterem auch des Feldes verwiesen wurde. In der Folge dieser Sendung musste der arme Prof. Dr. Wolfgang Wippermann etliche fiese – das sei mal ernst gemeint! - in der Tat persönlich-angreifende und nun endlich!!! in seiner im eigentlich respektablen Rotbuch-Verlag erschienenen Apologie Autobahn zum Mutterkreuz dokumentierte Mails zur Kenntnis nehmen.

Das kann einem sehr Leid tun, muss es aber nicht. Und man kann ein Buch darüber schreiben, muss es aber nicht – Wippermann hats getan und breitet dem interessierten Leser sein Unwohlsein über Frau Hermann und deren Umgang mit den Nazis aus. Dass Frau Hermann nicht gerade zur intellektuellen Speerspitze dieses Landes gehört, das hätte man sich denken können – ob Wippermann dazu gehört, möge jeder bitte selber entscheiden. Zwar hat er wohl einige wegweisende Studien zum Wesen der NS-Zeit vorgelegt, auf die er in seiner Apologie gerne immer wieder vehement verweist, doch ein unnützeres, weinerlicheres und mimosenhafteres Buch, das absolut keine Erkenntnis vermittelt, außer der, dass Prof. Dr. Wolfgang Wippermann eine sensible Gestalt ist, die sich gerne von bescheuerten Mails, die Leser der Bild-Zeitung an seine Adresse geschrieben haben, einschüchtern lässt, gibt es nicht. Schade um jeden Baum, um jede Mühe, die von Verlagsseite aus in dieses „Buch“ investiert wurde, schade um die Studenten, um die sich Herr Prof. hätte kümmern können, wenn er nicht an diesem Machwerk rumgefeilt hätte!

Hat er denn nichts Besseres zu tun?!? Lehren beispielsweise? Hausarbeiten korrigieren? Oder mal Vorlesungen und Seminare vorbereiten? Alles nur Fragen, die sich beim Lesen dieses erstaunlichen Büchleins aufdrängen. Da versucht der nun schon mehrmals erwähnte Prof aus Berlin die hirnlosen Äußerungen Eva Hermanns in einen gesellschaftlichen Kontext einzubinden, was an sich nichts Verkehrtes ist, zumal man sich daraus tatsächlich einen interessanten Erkenntnisgewinn versprechen könnte – doch anstatt wichtige Dinge und Fakten zu nennen, verweist er nur auf den Cicero „Am Anfang war Cicero“. Und wie jeder, dem nichts einfällt, packt er hier den völlig überflüssigen und deplazierten Kalauer, aus: „Nicht der römische Politiker“, sondern die Zeitschrift.

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Gut, dass er den Cicero an den Anfang einer Bemerkung wie „Bei Hitler war nicht alles verkehrt“ stellt, dürfte jeden, der sich mit der Zeit unmittelbar nach der NS-Zeit beschäftigt hat, erstaunen. Immerhin, und wenn er das vertuschen wollte, hat er auch das mehr als nur schlampig gemacht, lässt er seinen Unmut über seinen Historiker-Kollegen Arnulf Baring aus. Kollegenbashing at ist best! Also wars das auch schon mit dem Erkenntnisgewinn. Dass der hochgeschätzte Herr Wippermann gar einen neuen Historikerstreit vom Zaun brechen möchte, das hätte in dieser Rezension zu seinem Schutze unter den Teppich gekehrt werden sollen - leider stehts so im Untertitet...An Lächerlichkeit kaum zu überbieten!

Warum das Buch überhaupt an dieser Stelle besprochen wird? Nun, es gibt in diesen trüben Zeiten so viele Menschen, denen es schlecht geht, und die glauben, tiefer als sie könne man nicht mehr sinken, schlimmer ginge es nimmer. All denen sei dieses Buch an die Hand gegeben: denn Schlimmer geht’s immer! Und Herrn Prof. Dr. Wolfgang Wippermann einen Rat: Wer Eva Hermann dafür kritisiert, dass sie ein Buch mit zustimmenden Mails auf den Buchmarkt geworfen habe, der soll bitteschön nicht denselben Fehler machen. Denn Eva Hermann kann es vielleicht nicht besser - aber von einem Herrn Wippermann hätte man vielleicht etwas Tiefsinnigeres erwarten können!

Bibliographische Angaben

Wolfgang Wippermann
Autobahn zum Mutterkreuz. Historikerstreit der schweigenden Mehrheit
Rotbuch, 2008
128 Seiten, broschiert, EUR 9,90
ISBN: 3867890323
ISBN 13: 978-3867890328

 

 

 

 

 


Letztes Update: 03-03-2008 12:38

Veröffentlicht in : Buch, Sachbuch
Schlüsselworte : Wolfgang Wippermann, Autobahn zum Mutterkreuz. Historikerstreit der schweigenden Mehrheit, Kerner, Eva Hermann, Nationalsozialismus, polemik, 3867890323, 978-3867890328
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