Auf der Insel Ukerewe im Viktoria-See in Ostafrika hat alles seine Ordnung, aus der nicht einmal der Tod ausscheren kann. „Die schlaue Mama Sambona“ - ein faszinierendes Kinderbuch, das den Tod bei den Hörnern packt.
Mama Sambona ist die Königin der Insel Ukerewe. Sie ist schon sehr alt und der Tod, ein blasser Gefährte im schwarzen Anzug, hat befunden, sie zu ihren Ahnen zu holen. Doch nur unter bestimmten Bedingungen ist es ihm erlaubt, die Menschen zu ihren Vorfahren zu bringen. Er hat insgesamt nur drei Versuche, die betreffende Person ins Jenseits zu führen. Verpasst er die betreffende Person oder tut diejenige gerade etwas Gutes für ein Kind, dann muss der Tod unverrichteter Dinge wieder abziehen. Wenn auch der dritte Versuch scheitert, darf der Knochenmann erst in einigen Jahren wiederkommen.
Um bei Mama Sambona ganz sicher zu gehen, sie nicht zu verpassen und weil es sich gehört, „einer Königin Bescheid zu sagen, wenn sie zu ihren Ahnen geholt werden soll“, schickt der Tod seinen Assistenten, einen rosaroten Hasen, voraus. Dass der kalte Füße bekommt, als er erfährt, dass die weise und beliebte Königin angeblich neue Jagdhunde kauft, um der Hasenplage auf den Feldern Herr zu werden, ist nicht verwunderlich – aber urkomisch.
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Ein charmantes Buch, das mit Leichtigkeit ein so schweres Thema wie den Tod behandelt. Es ist nicht nur amüsant, wie gewitzt die weise Königin dem Tod auf der Nase herum tanzt, sondern zugleich auch faszinierend, wie selbstverständlich dieser seinen Misserfolg akzeptiert. Es gibt schließlich Wichtigeres als einen klopfenden Tod an der Tür – die Hausaufgaben mit der Nichte, die Ernte auf dem Feld oder aber ein königliches Tanz- und Trommelfest.
„Und weil der Tod auch Humor hatte und für sein Leben gern tanzte, ließ er sich mitreißen.“ Welch ein Finale, in dem der Tod „für sein Leben gern“ tanzt und von den süßen Früchten des Lebens nascht. So ist es nicht verwunderlich, dass man ihn am Ende entspannt auf einem Steg sitzen sieht und Mama Sambona immer noch nicht unter ihren Ahnen weilt.
Die Illustrationen von Tobias Krejtschi ergänzen sich glänzend mit den malerischen Texten von Hermann Schulz. In Verbindung bilden sie so eine ansehnliche Kulisse des beschriebenen afrikanischen Daseins. Und in dieser schlichten Verortung der Handlung liegt der zweite Bonus dieses Buches. Keine kugelrunden Baumeister namens Bob und auch keine Superhelden sind hier die Protagonisten, sondern ein alte afrikanische Königin, die in ihrer Erscheinung die pure Lust am Leben ausstrahlt.