Das Traumhaus ist gefunden: Begeistert ziehen Barry und Maureen in die Wohnsiedlung Bonita Vista im ländlichen Utah. Sicherheit, Ordnung und Gemeinschaftssinn werden hier groß geschrieben, denn der Eigentümerverein führt ein strenges Regiment. Ein sehr strenges Regiment…
Schriftsteller Barry und Buchhalterin Maureen wollen weg aus Kalifornien ins ländliche Utah. Dort finden sie auch bald ein geeignetes Haus in der Wohnsiedlung Bonita Vista. Das Ehepaar denkt sich nichts dabei, dass sie dem Eigentümerverein beitreten müssen, denn warum sollte man nicht auf Nachbarschaftshilfe und gegenseitige Unterstützung rechnen. Doch bald wird deutlich, dass besagter Verein massiv in das Leben der Mieter eingreift. Als ihr Nachbar Ray von totaler Überwachung zu reden beginnt, wird Barry hellhörig.
Auch im benachbarten Städtchen Corban ist man den Bewohnern von Bonita Vista nicht wohlgesonnen. Als erst Hunde, dann Kinder vergiftet werden, kommt es zu einem Aufstand, doch dieser scheitert nicht nur an den dicken Mauern der Siedlung. Barry erlebt einen Gewaltausbruch sondergleichen, der ihm vor Augen führt, dass Bonita Vista ein dunkles Geheimnis hüten muss.
Dass das größte Grauen nicht in der Bedrohung aus dem All lauert sondern in Nachbars Garten, ist altbekannt, und viele Horrorschriftsteller haben sich diese Erkenntnis zu Eigen gemacht. Doch selbst da besteht der Horror meistens im Andersartigen und Fremden. Bentley Little treibt das Spiel noch einen Schritt weiter, indem er gerade die Ordnung zur Quelle alles Übels werden lässt.
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Was zunächst wie der amerikanische Traum aussieht, entpuppt sich bald als Alptraum für das junge Ehepaar Barry und Maureen. Furcht erscheint fast wie eine Mischung aus klassischem Horror und sozio-politischen Utopien wie 1984 oder Schöne neue Welt, denn die Nachbarschaftshilfe gerät bald zur totalen Überwachung. Immer weiter drängen sich die Vollstrecker der allmächtigen Eigentümerverwaltung in das Leben der Mieter, bestimmen ihre Lebensführung und machen auch vor Mord nicht halt.
Zum Finale hin nimmt die Geschichte sogar skurrile Züge an, gerade so, als wolle Little durch Übertreibung vor zu großer Anpassung warnen. Dass Furcht trotz allem in erster Linie ein Horrorroman ist, liegt vor allem an dem Finale, das Action, Symbolik und gängige Genreelemente miteinander verbindet und zu einem konsequenten, wenn auch nicht ganz ausgewogen wirkendem Finale verbindet. Zusammen mit einer flüssigen Sprache, die in ihrer Geradlinigkeit ein wenig an die frühen Romane von Stephen King erinnert, hat Bentley einen spannenden und unterhaltsamen Roman geschaffen, der sogar über Ansätze von Tiefgang verfügt.
Fazit: Für Horrorfans, Individualisten und Chaoten gleichermaßen zu empfehlen