Der Thronschatz aus dem Palast von Tilet ist nicht mehr sicher. Für die Ausführung seine Planes hat der alte Barat sich den 15-jährigen Rai gezielt ausgesucht. Der Palast ist eine Festung, aber Barat hat hier schon einmal in der Küche gearbeitet und kennt sich aus. Der Plan ist wirklich gut ausgedacht, denn Rai schafft es in die Schatzkammer vorzudringen. Die Schätze lassen ihn kalt. Es ist ein altes Schwert, das ihn in seinen Bann zieht. Dennoch rafft er Goldmünzen zusammen, bis er aufgehalten wird. Eine schwarze Gestalt hat es ebenfalls auf den Schatz abgesehen. Viel zu laut geht der Eindringling vor, so dass die Wachen aufmerksam werden.
Rai schützt sich mit dem Schwert, das in seinen Händen ein Eigenleben zu führen scheint. So gelingt ihm die Flucht durch die Abwässerkanäle. Am Ende der Kanalisation wird er bereits von Barat mit einem Fischerboot in Empfang genommen. Der Alte ist enttäuscht von der Ausbeute. Rai hat nur das alte Schwert mitgebracht, das nicht einmal Goldverzierungen oder Edelsteine trägt.
Auf der Küstenstraße geht es weiter Richtung Norden. Aber auch wenn die beiden Diebe denken, ihre Beute sei wertlos, so werden sie doch verfolgt. Wieder an Land werden Rai und Barat im nächsten Dorf von bewaffneten Gardisten der Tileter Stadtwache gefangen genommen. Doch auch die Soldaten haben Widersacher. Bald sind zwei der Wachen tot. Möglicherweise hat dieser Schwarzgekleidete etwas damit zu tun. Barat vermutet er gehört zu den Zarg.
Die Zarg greifen tatsächlich an. Für Rai ist es die Gelegenheit wieder an sein Schwert zu kommen. Dass Rai es besitzt und es versteht, damit umzugehen, macht die Zarg unsicher, so dass ihm und seinem Freund Barat die Flucht gelingt. Doch die beiden geraten schließlich in die Hände von Sklavenhändlern und Rai verliert wieder einmal das Schwert. In den Minen von Andobras fristen Rai und Barat nun ihr Dasein.
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Hier lernt Rai Arton kennen, den ehemaligen Leiter der Kriegerschule Ericom. Die Schule wurde niedergebrannt und seine Liebe Tarana ist unglücklicherweise durch seine Hand im Kampf gestorben, so glaubt er. Er sinnt auf Rache an dem Verräter Megas. Artons Bruder Arden besitzt das Gegenstück zum Schwarzen Schwert, das Schwert Cor. Beide Schwerter zu besitzen, bedeutet, unendlich viel Macht zu haben. Ericom konnte mit der Klinge Cor umgehen. Das Schwarze Schwert dagegen war bisher von keinem Menschen zu beherrschen.
„Tausendsturm“ ist ein sehr spannendes Fantasy-Abenteuer. Angesiedelt ist es in einer neuen Welt. Zur besseren Orientierung findet man die Ostlande auf einer Karte zu Beginn des Buches. Der Anfang scheint etwas kompliziert. Man lernt zunächst das Land kennen und erfährt geschichtliche Hintergründe. Aber man liest sich dann doch recht schnell ein und wird gefangen genommen von der vielschichtigen, ausschweifend beschriebenen Handlung.
Der Autor erzählt die Geschichte in aller Ausführlichkeit, lässt seinen Figuren sehr viel Raum, die man dadurch sehr gut kennen lernen kann, auch wenn das Hauptaugenmerk sicher auf Rai liegt. Dass der Autor sich Zeit lässt beim Erzählen, ist nicht etwa langweilig. Das Buch erhält dadurch Tiefgang.
Man kann sich wunderbar in die Geschichte hineinversetzen, wird unterhalten von spannenden Szenen. Der Autor bedient sich eines reichen Wortschatzes. Vom Schreibstil her ist das Buch perfekt. Es ist flüssig zu lesen, trotz der knapp 700 Seiten.
„Tausendsturm“ ist der Auftakt einer Trilogie. So bleibt alles offen am Ende und das nach so vielen Seiten. Der Leser wird sich in Geduld üben müssen, bis das nächste Buch erscheint und die Geschichte um die beiden sagenhaften Schwerter endlich weitergeht.
Michael Rothballer Vermächtnis der Schwerter Tausendsturm
Loewe Verlag
692 Seiten, gebunden, 18,90 Euro
ab 12 Jahren
ISBN-10: 3785561261
ISBN-13: 978-3785561263
Rai kann nicht fassen, was mit ihm geschieht: Die dunkle Waffe in seiner Hand scheint Besitz von ihm zu ergreifen und sich wie von selbst gegen seine Feinde zu richten. Der Junge flieht aus den Gemäuern, rennt um sein Leben, unwissend, welch kostbaren Schatz er aus dem königlichen Palast von Tilet entwendet hat: Tausendsturm, ein sagenumwobenes Schwert, das demjenigen, der es bei sich trägt, ungeahnte Kräfte und grenzenlose Macht verleiht. Und so ahnt Rai auch nicht, welch düsteres Schicksal ihn nach dem Diebstahl der magischen Klinge erwartet: Ein Leben ohne Licht und Hoffnung in den grausam beherrschten Erzminen von Andobras...