Die Neufeuer-Zeremonie findet wie jedes Jahr im Haus des Dorfältesten statt. Lucy trägt allerdings verbotener Weise eine silberne Kette. Sie war nicht bereit sie abzulegen. Als Lucy an dem neu entfachten Feuer ihre Kerze entzündet, sieht der Barde die Halskette. Er weiß, dass ganze Dorf ist nun in Gefahr. Es wird versucht, die Situation zu retten. Ein anderes Mädchen, die Sklavin Pega, gibt das Feuer anstelle von Lucy an die Dorfbewohner weiter.
Wenig später kehrt in Lucys Familie Streit ein. Jack, Lucys Bruder, stellt sich gegen seinen Vater, als dieser die Sklavin Pega kaufen will. Stattdessen kauft Jack das Mädchen mit heimlich versteckt gehaltenem Geld und schenkt ihr die Freiheit. Der Vater verstößt seinen Sohn.
Jack zieht in das Haus des Barden und Pega folgt ihm dorthin. Doch als Jack, der Lehrling des Barden, eine Vision heraufbeschört, in der er von Pega gestört wird, schlägt er, nicht Herr seiner Sinne, auf das Mädchen ein. Über seine Tat ist er sehr erschrocken. Die merkwürdigen Vorkommnisse reißen nicht ab. Jacks Mutter erscheint, um zu berichten, das Lucy verrückt geworden ist. Auch dem Vater geht es nicht gut. Dass er seinen Sohn verstoßen hat, tut ihm leid.
Jack kehrt nach Hause zurück. Lucy bildet sich ein, eine Prinzessin zu sein und verhält sich auch so. Dass ist Anlass für den Vater von einem Vorkommnis zu sprechen. Lucy wurde einst in einem Wald von seltsamen Wesen ausgetauscht. Das Mädchen, das bisher für Lucy gehalten wurde, ist also ein Wechselbalg. Bruder Aiden hält die Wesen im Wald für Pukas, auch Hobgoblins genannt. Sie leben in Höhlen unter der Erde.
Es wird eine Pilgerreise beschlossen. Lucy soll geheilt und die verlorene Tochter gefunden werden. Lucy, ihr Vater, ihr Bruder, der Barde, Bruder Aidan und Pega machen sich auf. Ihr Weg wird sie ins Elfenland führen.
Anzeige Die Geschichte ist ganz zauberhaft. Die Reise wird zum spannenden Abenteuer in eine fantastische Welt. Das Elfenland mit seinen Illusionen fasziniert. Hier gibt es keine Vergangenheit und keine Zukunft. Die Zeit scheint stillzustehen. Man weiß nicht, ob man wacht oder träumt. Und trotz des schönen Scheins wird man träge und traurig. In diesen Sog geraten die Pilger und verlieren ihre Ziele fast aus den Augen. Als Leser hört man von Dingen, die man sich so niemals hätte träumen lassen.
Interessant sind in diesem Buch natürlich auch die Figuren. Einige von ihnen werden überrascht mit Informationen über ihre Herkunft. Nicht jeder, der glaubt menschlicher Abstammung zu sein, ist dies auch. Besondere Fähigkeiten oder Charaktereigenschaften finden so ihren Grund.
Neben den Hauptfiguren gibt es im Buch auch viele zauberhafte Wesen, die nicht alle Gutes im Sinn haben. Ein Ausflug ins Elfenland ist eben immer für Überraschungen gut. Viele Mythen und Sagen kommen hier zum Tragen.
Bei aller Fantasie, die die Autorin hier zu einem spannenden Jugendbuch verarbeitet hat, hat das Buch auch einige Längen, ganz im Gegensatz zum ersten Band „Drachenmeer“. Hin und wieder wird die Autorin zu ausschweifend. Auch erkennt man Jack kaum wieder. Er scheint ein anderer Mensch geworden zu sein. Seine Gerissenheit kommt hier gar nicht zum Tragen. Er bewegt sich zwar diesmal in einer völlig anderen Welt, aber das kann der Grund dafür nicht sein.
Das Buch ist aber dennoch lesenswert. Man muss es nicht unbedingt als Fortsetzung von „Drachenmeer“ ansehen. Es ist wieder eine völlig in sich abgeschlossene Geschichte.
Nancy Farmer Elfenfluch Aus dem Amerikanischen von Simone Wiemken
Loewe Verlag, 2008
496 Seiten, gebunden, 16,90 Euro
ab 12 Jahren
ISBN-10: 3785550146
ISBN-13: 978-3785550144