Fünf Tote, kein Motiv, keine Verdächtigen. Kein guter Start für Kult-Kommissar Wallander, dessen Ermittlungen in „Eiskalt wie der Tod“ erst mal ins Leere laufen. Bevor er die entscheidenden Hinweise schließlich in der Vergangenheit der grausam zugerichteten Opfer ausfindig macht. Denn zunächst scheint es zwischen den systematisch geplanten Morden keinen Zusammenhang zu geben. Doch drei von ihnen teilten ein fürchterliches Geheimnis, dass Wallander schließlich auf die Spur der Täter führt.
Rache und nicht der absurderweise anfangs ins Spiel gebrachte Verdacht auf Raubmord spielen in dem auf einer Geschichte von Henning Mankell basierenden Hörspiel die Hauptrolle. So viel darf verraten werden, ohne zuviel zu verraten. Denn wofür oder für wenn hier systematisch Rache genommen wurde, ist ja die eigentlich spannende Frage. Und die Antwort darauf bekommt der Hörer bereits eine Viertelstunde vor Schluss äußerst nahe gelegt. Auch wenn ihn vielleicht noch die letzte Frage quält. Erhalten die Täter auch ihrer gerechte Strafe? Hierauf fällt die Antwort allerdings recht zwiespältig aus.
Obgleich Mankells Plot relativ konventionell ausgefallen ist, vermag das von Sven Stricker bearbeitete Hörspiel zu überzeugen. Dank der atmosphärisch Dichte und so hervorragender Stimmen wie der von Axel Milberg fühlt man sich durchaus in Wallanders Welt versetzt. Die nichts Heiles, aber viel Unheimliches birgt. Allein das flüsternd-raue Timbre des Erzählers (Andreas Fröhlich) hält den Hörer in Bann. Doch noch viel beeindruckender ist die schauspielerische Leistung von Axel Milberg. Sollte Tatort-Kommissar Borowski einmal in kündigen, müsste er seinen Dienst in der nur knapp 500 Kilometer von Kiel entfernten Hafenstadt Ystad antreten. Einen besseren Wallander-Mimen wird man außerhalb Schwedens kaum finden. Denn in Mankells Romanen zählt der Charakter des Kommissars mindestens genauso viel wie die Handlung. In Deutschland gibt es niemanden, der diesem grüblerisch- grantigen Gutmenschen im Film eine besseres Gesicht und im Hörspiel eine bessere Stimme geben könnte.
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Allein wegen dieser kongenialen Adaption des schwedischen Eigenbrödlers lohnt es sich, in diesen ersten Fall und viele weitere Fälle mit Axel Milberg... pardon mit Kurt Wallander hineinzuhören.