Omnes Mundum Facimus - Wir alle gestalten die Welt
Jane Charlotte ist 14, als ihr kleiner Bruder durch ihr Verschulden entführt wird. Sie wird daraufhin von ihrer Mutter verstoßen und wächst bei Verwandten in einem kleinen verschlafenen Nest in Kalifornien auf. Als sie eines Tages eher zufällig entdeckt, dass der Hausmeister ihrer Schule ein Serienmörder ist, tritt eine Geheimorganisation an sie heran, die gegen das Böse in der Welt kämpft. In ihrem Auftrag tötet sie den Hausmeister...
Jahrzehnte später arbeitet Jane hauptberuflich für die Organisation und gehört zur "Abteilung für die Ausschaltung nicht zu rettender Personen", den Bad Monkeys. Ausschaltung heißt in diesem Fall Tötung. Jane ist mit Feuereifer bei der Sache und säubert die Welt mit ihrer NT-Pistole von lauter schlechten Menschen. Bis sie eines Tages erfährt, dass ihr totgeglaubter Bruder nicht tot, sondern Agent der Gegenseite ist - ein Agent, der liquidiert werden soll.
Da sie schon ihr ganzes Leben von Gewissensbissen ihrem Bruder gegenüber geplagt wird, kann sie es natürlich weder zulassen, dass er ausgeschaltet wird, noch kann sie ihre Einheit dabei unterstützen. Also kämpft sie mit verzweifelten Mitteln gegen ihre eigenen Einheit, bis am Ende wohl keiner mehr so genau weiß, auf wessen Seite sie eigentlich steht - am wenigsten sie selbst.
Nachdem sie nicht ihren Buder sondern ihren Chef ermordet hat, landet sie in einem Gefängnis in Las Vegas, wo sie von einem Psychiater auf ihre geistige Gesundheit hin untersucht wird. Sie erzählt ihm ihre Lebensgeschichte und je länger die Untersuchung dauert, umso mehr verstrickt sie sich in ein Netz aus Unwahrheiten und unglaublichen Begebenheiten. Mit jeder weiteren Stunde der Befragung erlebt die Geschichte eine neue Wendung, bis auch das letzte Detail nicht mehr das ist, was es zu sein schien.
Matt Ruff, der mit seinem ersten Roman Fool on the Hill im Grunde schon einen modernen Klassiker und regelrechten Kultroman geschrieben hat, hat sich für Bad Monkeys ein ganz klassisches Thema vorgenommen: Den Kampf Gut gegen Böse. Dabei wirft er verpackt in den Plot geschickt die Frage auf, was Gut und was Böse ist, ob eine Person unabänderlich einer Seite angehört und wer die Grenzen beider Extreme festlegt. Denn wo fängt das Böse an, schon beim Gedanken an eine böse Tat, beim Plan oder erst bei der konkreten Tat? Und wie bestraft man böse Menschen?
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Antworten liefert der Autor nicht mit, sondern lediglich einmal mehr die Feststellung, dass selten alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Diese spannenden Überlegungen bettet Matt Ruff in einen sowohl in Erzählstil wie auch in Handlung rasanten thrillerhaften Roman. Doch wie es sich für ihn gehört, fehlt auch das absurde, von der Norm abweichende Element in seinem neuesten Roman nicht, und der Leser kann sich nur einmal mehr fragen, woher dieser Mann bloß immer seine Ideen nimmt.
Allerdings kommt Bad Monkeys längst nicht mehr so leichtfüßig daher wie noch Fool on the Hill oder Ich und die Anderen, man hat als Leser immer mal wieder das Gefühl, dass unbedingt eine Botschaft, eine Moral vermittelt werden soll mit diesem Roman. Ebenfalls ein bißchen krampfhaft wirkt das Einbauen des elften Septembers 2001 in die Geschichte. Völlig ohne erkennbaren Sinnzusammenhang wird er erwähnt und für den restlichen Verlauf der Geschichte dann wieder ignoriert. Was das soll, weiß kein Mensch. Trotz allem kann ich es nur empfehlen, es ist sehr unterhaltsam und schneller gelesen, als man anfangs denkt und bietet wieder eine Fülle an aberwitzigen, abgedrehten Ideen, die eben nur Matt Ruff einfallen konnten.
Fazit: Matt Ruff zeigt einmal mehr, dass man mit jedem neuen Roman aus seiner Feder etwas komplett Neues erwarten kann. Keiner seiner Romane ist wie der andere und so setzt auch Bad Monkeys sich in angenehmer und bestimmter Weise von seinen Vorgängern ab.