Eine Moorleiche taucht auf, ein altes Verbrechen wird wieder ins Gedächtnis der Menschen gezerrt und ein Wahnsinniger beginnt einen grausamen Rachefeldzug. Hauptkommissar Jan Fabel muss begreifen, dass Terrorismus kein Verbrechen der Gegenwart ist, auch wenn der 11. September beinahe die Gewalttaten der Vergangenheit verdrängt hat.
Alles beginnt in einem friedlichen Urlaub, die Zweifel, die Unruhe und auch der Beginn einer furchtbaren Mordserie. Hauptkommissar Jan Faber und seine Freundin Susanne genießen die Sonne auf Sylt, so wie auch der Hamburger Politiker Berthold Müller-Voigt, der durch einen Artikel in Verbindung mit einem Verbrechen aus dem 70er Jahren gebracht wird. Er soll maßgeblich an einer tödlichen endenden Entführung beteiligt gewesen sein.
Doch diese Meldungen treten bald hinter die Mordserie des „Hamburger Haarschneiders“ zurück, eines Wahnsinnigen, der seinen Opfern erst die Haare rot färbt und sie dann skalpiert. Die Spuren führen in zwei Richtungen, denn der Name lässt an den „Roten Franz“ denken, eine Moorleiche mit brennend roten Haaren und einen toten Terroristen, der in den 70er Jahren aktiv war. Und während Fabel versucht, die richtigen Knoten zu knüpfen, wird die Blutspur immer breiter.
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Brandmal ist der dritte Roman um Jan Fabel, den Hamburger Kommissar, der immer wieder in blutige Fälle hineingezogen wird, die nicht nur ihn sondern auch sein Ermittlerteam körperlich und seelisch schwer verwundet haben. Von Anfang an schafft der englische Autor Craig Russell eine Atmosphäre von Melancholie und Zerrissenheit, die sich auf Figuren wie auf das Setting gleichermaßen erstreckt.
Vor diesem sprachlich sorgfältig ausgearbeiteten Hintergrund entfaltet sich eine Geschichte auf mehreren Zeitebenen und mit unterschiedlichen Handlungssträngen. Da es der dritte Roman einer Serie ist und der Autor immer wieder auf bereits vorgefallene Ereignisse zurückgreift, werden Neueinsteiger sich die Versatzstücke bisweilen zusammensetzen müssen, doch der Roman ist in sich abgeschlossen genug, dass es nicht zu größerer Verwirrung kommt.
Die droht allenfalls am Ende aufzukommen, als Russell die personenreichen Versatzstücke zu einem Ganzen zusammenzuführen versucht. Während er die verschiedenen Erzählebenen bis zu diesem Zeitpunkt souverän gemeistert hat, wirkt sein Finale mit seinen neuerlichen Wendungen und Twists etwas bemüht. Dennoch gelingt es dem Autor letzten Endes doch, die komplexe Geschichte zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen, so dass der Leser mit einer komplexen Geschichte und sorgfältig eingefangenem Hamburger Lokalkolorit belohnt wird.
Fazit: Gut konstruierter, wenn auch bisweilen etwas verwirrender Hamburg-Thriller