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Vorsicht Bildschirm! PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Heike Rau, am 18-02-2008 14:00
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Manfred Spitzer : Vorsicht BildschirmDer Autor sagt im Vorwort, dass in Deutschland durch Bildschirmmedien jährlich deutlich mehr Menschen sterben als durch Autos und Kraftwerke zusammengenommen. Das ist eine erschreckende Vorstellung! Und das Schlimmste ist, niemanden scheint es zu stören. Diese Behauptung wird natürlich nicht so stehen gelassen. Sinn des Buches ist es, über Bildschirmmedien aufzuklären und die Fakten zu präsentieren.

 

 

Medienerziehung ist ein Schlagwort an unseren Schulen. Schon in der Grundschule, manchmal sogar schon im Kindergarten, spielen Computer eine Rolle. In vielen Kinderzimmern steht ein Fernseher und wird auch gerne genutzt. Medien unterhalten nicht nur, sie vermitteln Wissen, informieren und helfen bei den Hausaufgaben.

Der Zugang zu Fernsehen, Internet und Videospielen birgt aber auch Gefahren in sich. Das weiß eigentlich auch jeder. Nur interessiert es kaum einen. Es ist wie mit dem Rauchen. Raucher wissen, dass es tödlich sein kann, rauchen aber munter weiter. Der Autor benutzt diesen Vergleich oft.

Um den Leser für sein Buch zu interessieren, greift der Autor interessante Fragen auf. Macht Fernsehen dick? Bekommt man tatsächlich hohen Blutdruck davon? Erhöht sich der Cholesterinspiegel? Führen die Bildschirmmedien schon bei Kindern zu Diabetes? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Hyperaktivität und Fernsehen bei Kindern? Wie wirkt die Werbung auf Kinder? Führt viel Fernsehen zu schlechten Noten? Schaden Gewaltdarstellungen in Filmen unserer Jugend? Wird durch Computer- und Videospiele Gewalt antrainiert?

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Diese Fragen werden aus Sicht der Wissenschaft durchleuchtet, die Antworten werden beispielsweise durch Studien belegt.

Der Autor rütteln den Leser auf, regt ihn zum Nachdenken an. Er geht sogar soweit und macht konkrete Vorschläge zum zukünftigen gesünderen Umgang mit den Medien und auch insbesondere zur Medienerziehung unserer Kinder. Die Medien werden dabei teilweise regelrecht verteufelt, auch wenn klar ist, dass ein sinnvolles Maß im Umgang gefunden werden muss. Und hier kann man auch sicher einigen Ratschlägen des Autors folgen und die Konsequenzen ziehen.

Einen kleiner bitterer Beigeschmack bleibt allerdings, nach der überaus spannenden Lektüre. Der Eindruck, das Buch ist recht einseitig geschrieben, lässt sich nicht von der Hand weisen. Als kritischer Leser, merkt man sehr schnell, dass der Autor vor allem seine eigenen Meinung vertritt und andere Auffassungen nicht zulassen möchte und aus seinem Buch heraushält. Seine Vergleiche sind mitunter an den Haaren herbeigezogen, was seine Wirkung aber nicht verfehlt. Als Leser fühlt man sich von dieser Schocktherapie angegriffen. Man kann nicht verstehen, warum der Autor so taktlos ist und den Leser mit allen Mitteln zu beeinflussen versucht. Fast scheint es als wolle der Autor seine Meinung dem Leser aufzwingen. Damit erreicht er möglicherweise aber genau das Gegenteil.

 

Bibliographische Angaben

Manfred Spitzer
Vorsicht Bildschirm!
Elektronische Medien, Gehirnentwicklung, Gesundheit und Gesellschaft
Deutscher Taschenbuch Verlag
303 Seiten, broschiert, 9,50 Euro
ISBN-10: 3423343273
ISBN-13: 978-3423343275

 

 

 

 

 

Klappentext

»Eindringliches Plädoyer gegen den hohen Bildschirmkonsum von Kindern und Jugendlichen« Annette Schavan
Manfred Spitzer, einer der populärsten Hirnforscher Deutschlands, beschreibt in diesem Buch drastisch, wie sich Fernsehen, Video- und Computerspiele, Gameboy und stundenlanges Surfen im Internet auf die Entwicklung von Kindern auswirken. Sein Fazit ist eindeutig: Die Bildschirmmedien erhöhen die Aggressivität und schädigen die Hirnentwicklung, sie fördern Lese- und Konzentrationsschwächen und stellen für die Gesundheit der Jugendlichen, sei es durch Übergewicht, sei es durch Alters-Diabetes in jungen Jahren, eine immer größere Gefahr dar.
Neueste Ergebnisse aus der Gehirnforschung beweisen, dass sich die Gehirne von Kindern, die von klein auf viel Zeit vor dem Fernseher verbringen, anders entwickeln als Gehirne von Kindern, die wenig oder gar nicht fernsehen. Sinne verkümmern, das Vermögen zu riechen, zu fühlen oder sich zu bewegen bleibt defizitär.
Doch Spitzer bleibt nicht bei der Analyse stehen, er gibt Impulse zum konkreten Handeln. So fordert er u.a. ein Verbot der an Kinder gerichteten Werbung für ungesunde Nahrungsmittel sowie Gebührenerhöhungen für die Ermöglichung kindgerechten Fernsehens.


Letztes Update: 18-02-2008 12:19

Veröffentlicht in : Buch, Ratgeber
Schlüsselworte : Vorsicht Bildschirm, medien, spitzer, 3423343273, 978-3423343275
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