Spannung pur! Vier Ganoven überfallen ein kleines Dorf im argentinischen Niemandsland.
Sie erreichen das Dorf um die Mittagszeit. Flirrende Hitze liegt über der Ortschaft. Die Leute halten Siesta und niemand wagt sich hinaus.
Die Vier betreten ein Hotel, um sich für eine Nacht eine Unterkunft und zu sichern. Am Abend nehmen sie an einem Dorffest teil. Einer, Jorge, verbringt die Nacht bei einer Schönen. Am nächsten Tag um die Mittagszeit kurz vor der Siesta starten sie den Banküberfall. Sie stopfen sich die Taschen voll und flüchten!
Der eigentliche Thriller folgt: die Nachricht von dem Überfall macht rasch die Runde. Aufgestört aus ihrer lethargischen Ruhe vereint sich die Dorfgemeinschaft zu einer geschlossen Hatz auf die Bande. Sie schließen auf, versperren die Zufahrten, stellen Autos quer und wollen die Männer nicht ungeschoren davon kommen lassen.
Nachdem die Vier sich auf der Flucht trennen müssen, und jeder auf eigene Faust einen Ausweg sucht, lernen sie die Dorfbewohner kennen. Ihnen begegnen einzelne Personen bei einer Flucht, die ihresgleichen sucht.
Das Psychogramm der Gemeinschaft wird aufgerollt.
Gespräche zwischen einzelnen Einheimischen und den Räubern nehmen überraschende Wendungen. Die Reaktionen der Dorfinsassen schwanken zwischen ungläubigem Staunen, lakonischer Selbstverständlichkeit, Verbrüderungstaktik und blanker Furcht. Man bekommt einen Eindruck davon, wie die Bevölkerung strukturiert ist und erlebt einzelne in ihrem sehr individuellen Umfeld. Es zeigt die Menschen in ihren abseitigen Handlungen, in ihren Sonderlichkeiten und in verpatzten Ehen. Bei den üblichen Krimis geht es um eine Tat, die aufzuklären ist. Hier stehen die Persönlichkeiten der Täter und ihr Verhalten in der Grenzsituation zur Diskussion.
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Die Charaktere der Dorfbewohner bilden die eine Seite der Geschichte; eine andere besteht in der fast an Raubtiere erinnernden Art und Weise, in der die Räuber im Netz des Dorfes gefangen werden. Die flimmernde Mittagshitze macht das Dorf zu einem Inferno für alle.
Das Kesseltreiben und Jagen der Täter ist minutiös aufgezeichnet.
Der Autor bereitet die Täterprofile und ihre Erfahrungen mit den Dorfbewohnern zum eigentlichen Kern der Erzählung auf.
Zwischen den Anwohner und den Eindringlingen entstehen vereinzelt subtile Beziehungen, die eine Art von Mitmenschlichkeit erkennen lassen. Unerwartete Annäherungen und Verbindungen werden in ihrer Einmaligkeit gezeigt, und hier wie dort gibt es die Unholde und die Anständigen.
Jeder der Ganoven lässt das eigene Leben an sich vorbeiziehen. Versäumnisse, verpasste Gelegenheiten und die Angst während einer Flucht, die immer wieder in der Einbahnstrasse endet, zeigen Gefühle von einmaliger Tiefenschärfe.
Der Autor hat einen Thriller aufgebaut, der ein Dorf in Südamerika und seine Bewohner in der überwältigenden Vielfalt zwischen absonderlich, reich, arm und normal schildert. Spannend und atmosphärisch nah beim Thema fühlt man sich gefesselt und bleibt es bis zum Ende der Geschichte.
Für den passionierten Krimileser ist das Buch unbedingt zu empfehlen!
Antonio Dal Masetto gehört zu den renommiertesten Autoren seines Landes.
Vier Männer kommen an einem glühendheißen Tag in ein stilles Dorf. Man erfährt wenig über sie, scheinbar sind es arme Teufel. Sie haben aber einen Plan: Sie wollen eine Bank ausrauben. Der Coup mißlingt, ebenso die Flucht. Das Dorf wird zur Falle, seine Bewohner formieren sich zum Mob, die Räuber werden zu Gejagten. Ein Gelähmter, der von Großwildjagden träumt, schraubt das Zielfernrohr auf sein Gewehr, eine einsame Frau versteckt einen Flüchtenden und will ihn zum Komplizen ihres verpfuschten Lebens machen, der angesehenste Bürger des Dorfes ist zugleich sein größter Verbrecher. Den Gehetzten bleiben nur wenige Stunden. Noch eine Nacht ist ein düsterer Krimi in gleißender lateinamerikanischer Sonne, eine packende, manchmal grandios komische Geschichte von Gier, Verzweiflung und menschlichen Abgründen.