Wissen Sie, wer Mercè Rodoreda war? Nicht zu Unrecht wirft kein geringerer als Nobelpreisträger Gabriel García Márquez diese Frage im Nachwort zum berühmtesten Roman der neueren katalanischen Literatur Auf der Plaça del Diamant auf. Denn die grande dame des letzten Jahrhunderts und ihre Werke haben bei weitem noch nicht die internationale Beachtung erhalten, die sie wohl verdient hat.
"Auf der Plaça del Diamant" handelt vom Leben einer jungen Frau namens Colometa, die ihre Geschichte eindringlich zu schildern vermag. Sie lebt in Barcelona und schildert viele Erlebnisse aus ihrem Alltag, jedoch auch bedeutende Momente, etwa als sie Quimet kennen lernt – der offenbar nur deshalb später ihr Ehemann wird, da er es so möchte. Fortan bestimmt er ihr Leben. Sie bekommen zwei Kindern: Antoni und Rita. Während Quimet sich primär um seine Taubenzucht kümmert, muss Colometa nebenher eine Arbeit suchen, wobei sie die Kinder vormittags alleine Zuhause lassen muss.
Doch all die kleinen oder nur scheinbar größeren Sorgen werden noch übertroffen, denn der Spanische Bürgerkrieg zieht auf und Quimet engagiert sich auf der Seite der Republikaner, das heißt er zieht als Soldat in den Krieg. Während Colometa die Arbeit als Haushälterin bei einer wohlhabenden Familie – die eben dadurch Gegner der Republik ist und besonders aufgrund Quimets Engagement sich nicht in der Lage sieht, Colometa weiter zu beschäftigen ndash; verliert und die Mutter mit ihren Kindern auf sich allein gestellt ist, führt die folgende Verarmung zu immer größerer Not und letztlich Verzweiflung. Quimet fällt im Krieg und Colometa beschließt, dem Leiden ihrer Kinder sowie dem eigenen ein Ende zu setzen. Doch ergibt sich dabei eine Chance auf ein neues Leben.
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Auf der Plaça del Diamant schildert das Trauma des Bürgerkrieges, aber auch das Sittengemälde des Alltags kleiner Leute in der Hauptstadt Kataloniens. Dabei werden Colometas Ängste, aber auch ihre Passivität und Fremdbestimmtheit beschrieben. Mercè Rodoreda gelingt es dabei, die Gefühle ihrer Protagonistin dem Leser zu übermitteln, trotz deren Unfähigkeit, diese auszudrücken.
Parallelen dieses Lebensberichts etwa zu dem Conxas in Maria Barbals grandiosem Werk Wie
„Ich las ihn damals auf Spanisch […]. Von da an weiß ich nicht, wie oft ich ihn wiedergelesen habe, und einige Male auf Katalanisch, mit einer Mühe, die viel über meine Verehrung aussagt.“ (Gabriel García Márquez)