Paul und Julian sind enge Freunde. Gemeinsam wachsen sie im Berlin der 30er Jahre auf. Dass Julian und seine Eltern Juden sind, weiß Paul nicht. Nicht mal Julian selbst hat es gewusst. Erst als Hitler an die Macht kommt, beginnt es eine Rolle zu spielen. "Juden unerwünscht" entziffern Paul und Julian am Schaufenster einer Kneipe. Das muss eine besonders bösartige, bissige Hunderasse sein, denken sie.
Julians Eltern bekommen das Aufforderungsschreiben und müssen sich zum Abtransport bereithalten. Ihren Sohn versuchen sie zu retten. Ihr Plan gelingt. Für Julian beginnt eine schwere Zeit, er muss sich von nun an verstecken und immer wieder seine Identität wechseln. In einer Zeit, in der viele die Augen verschließen, bekommt er jedoch Hilfe von Paul und seiner Familie, die damit auch ihr eigenes Leben riskieren. Und auch die Liebe zu Pauls Schwester Bille hilft Julian durchzuhalten.
Julian und Paul überleben. Die letzen Kriegstage verbringen sie versteckt in den Ruinen. Paul, der gezwungenermaßen Flakhelfer ist, will nicht länger sein Leben riskieren. Endlich, im Frühjahr 1945, marschiert die Rote Armee ein. Der Krieg ist zu Ende.
Als Paul und Julian Bille gegen zwei russische Soldaten verteidigen müssen, werden sie verhaftet. Keiner nimmt ihre Rechtfertigung zur Kenntnis. Paul und Julian werden als angebliche „Werwölfe“ in ein sowjetisches Internierungslager gebracht, nach Buchenwald, das bis vor kurzem ein Konzentrationslager der Nazis war. Die Hoffnung auf ein neues Leben nach dem Krieg ist zerstört.
Klaus Kordons Buch, so kann man im Klappentext nachlesen, basiert auf Berichten von Überlebenden des sowjetischen Internierungslagers Buchenwald. Es ist nicht leicht zu lesen, wie sollte es das auch sein. Das Schicksal Pauls und Julians könnte sich genauso abgespielt haben. Die Wahrheit ist schwer zu ertragen. Klaus Kordon erzählt vom unermesslichen Leid, das der zweite Weltkrieg für so viele Menschen mit sich gebracht hat und das nach dem Ende des Krieges keineswegs vorbei war. Er erzählt aus der Sicht der Opfer. Die Geschichte ist erschütternd, bewegend und oft kaum zu ertragen. Doch der Schreibstil des Autors fesselt. Er schildert die Gefühle seines Protagonisten mit einer ungeheuren Intensität.