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Die 11 Geheimnisse des Ikea-Erfolgs PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Dominik Nüse, am 05-02-2008 11:00
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IkeaIkea ist Kult, dabei weltweit überaus erfolgreich, Bindungsglied zwischen alter und neuer Welt – wer von Frankfurt aus nach New York fliegt und das Vergnügen hat, auf dem weit weniger geschäftigen Flughafen Newark zu landen, der sieht sowohl beim Abflug wie bei der Landung ein Ikea-Haus! - und Ikea ist wohl eines der ganz wenigen Unternehmen, denen in den letzten Jahren beinahe alles, was sie angefasst haben, geglückt ist. Und wenn mal was nicht so richtig funktioniert hat, dann machte es Ikea nur noch sympathischer, während andere Unternehmen in solchen Fällen knallhart an der Insolvenz vorbeischrammen. Doch dass dies nicht immer der Fall war, dass Ikea in der Vergangenheit durchaus mit heftigsten Gegenwinden kämpfen musste, das ahnt man vielleicht.

Rüdiger Jungbluth skizziert in seinem Buch Die 11 Geheimnisse des Ikea-Erfolgs die Stationen des Unternehmens, das seinen Gründer Ingvar Kamprad zu einem der reichsten Menschen der Welt gemacht hat. 1943 gründet Kamprad in seinem Heimatort Agunnaryd ein kleines Unternehmen, das zunächst diverse Konsumgüter wie Kugelschreiber, Taschenuhren oder Bilderrahmen vertrieb. Sein Unternehmen tauft er IKEA, ein Akronym, das sich aus den Anfangsbuchstaben von Ingvar Kamprad, des elterlichen Bauernhofs Elmtaryd und des dem Hof nächstgelegenen Ortes Agunnaryd zusammensetzt.

1947 begann Kamprad probeweise auch Möbel per Versand zu verkaufen und fand vor allem in den Bauern der Region Smaland gute Kunden. Aus einem im Nachhinein sicheren Instinkt und genialen Einfall ließ er 1951 erstmals einen Ikea-Katalog, in dem ausschließlich Möbel angeboten wurden, produzieren und verschicken. Sein erstes Einrichtungshaus wurde schon bald (und sicherlich auch bedingt durch das integrierte Restaurant!) zu einem Pilger- und Ausflugsziel für die ganze Familie – und der im jährlichen Turnus erscheinende Katalog, der vor allem auch dadurch auffiel, dass die angeboten Möbel nicht alleinstehend, sondern in eine mögliche Gesamtzimmereinrichtung integriert dargestellt wurden, wurde schnell zu einem begehrten Kultobjekt. Filialen in Schweden folgten – und es war dann nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Filialen in Dänemark und Deutschland (1974 in München) eröffnet wurden. Auch hier fand sein Konzept schnell Anerkennung und konnte sich gegenüber alteingesessenen Möbelhäusern etablieren.

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Seit 1956 ließ Kamprad seine Möbel zusammen mit einer Bauanleitung in flache und transportfreundlichere Kartons verpacken – und seitdem hat sich prinzipiell nicht mehr soooo viel geändert – nur der Erfolg, der wurde, allen Anfeindungen von Konkurrenten zum Trotz, immer größer. Einen heftigen Dämpfer, und das vor allem im Image-Bereich musste Ikea Mitte der 90er Jahre hinnehmen: Schwedische Zeitungen brachten Ingvar Kamprad mit nationalsozialistischen Gruppierungen in Verbindung. Die Medien deckten auf, dass er die rechte Organisation eines Freundes und bekannten Nationalsozialisten bis 1945 finanziell unterstützt hatte. Schnell wurde zum Boykott aufgerufen. Kamprads Großmutter war Sudetendeutsche und ihr zuliebe hat er die Spenden getätigt. Kamprad entschuldigte sich in einem offenen Brief bei seinen Mitarbeitern und den Kunden und bezeichnet die Zahlungen heute als „größte Dummheit meines Lebens“.

Jungbluth gelingt es in seinem historischen Aufriss die Entwicklung Ikeas plastisch zu beschreiben – und vor allem Ikea-Gründer Kamprad erscheint hier – trotz aller Schrulligkeiten - als ein mehr als ausgebuffter Unternehmensgründer, der in seiner Anfangszeit nach dem Prinzip "try and error" gehandelt hat und damit gleich mehrere Marktlücken gefunden und auf eigentlich einzigartige Art und Weise besetzt hat, dass sein Unternehmen, genauso wie die Möbel Teil der Kulturgeschichte geworden sind. Jungbluth zeigt aber auch, dass Kamprad jemand ist, der sich außerordentlich gut mit Steuerschlupflöchern auskennt und keines, und sei es noch so klein, auslässt, um seinen Gewinn zu steigern. Ein knallharter Unternehmer und Kapitalist, der auch von seinen Mitarbeitern mehr als den üblichen Einsatz verlangt – ein Familienunternehmen halt: Das Unternehmen als Familie, das aber gleichzeitig auch egalitäre und sozialdemokratische Ziele verfolgt.

Und so bleibt allen Recherchen Jungbluths zum Trotz Kamprad ein undurchschaubarer, in vielen Zügen sehr sympathischer, manchmal aber auch sehr harter und unnahbarer Wirtschaftsmensch, bei dem Vieles nicht so recht zum eigentlich uneingeschränkt positiven Firmenimage passen will. Aber auch das, das Aufbauen von „Schein“-Wirklichkeiten, genuine Aufgabe jeder Pressearbeit, ist ihm damit voll und ganz gelungen!

Eine fesselnde Firmen- und Gründerbiografie, die fasziniert.

Bibliographische Angaben

Rüdiger Jungbluth
Die 11 Geheimnisse des Ikea-Erfolgs
Januar 2008
Bastei Lübbe
288 Seiten, broschiert, EUR 8,95
ISBN 10: 3404605942
ISBN 13: 978-3404605941

 



Letztes Update: 05-02-2008 11:06

Veröffentlicht in : Buch, Sachbuch
Schlüsselworte : Rüdiger Jungbluth, Die 11 Geheimnisse des Ikea-Erfolgs, Ingvar Kamprad, Firmenportrait, Firmengeschichte, Ikea, 3404605942, 978-3404605941
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