Am dritten Februar feiert Henning Mankell seinen sechzigsten Geburtstag. Der Schwede, der große Teile seiner Zeit in Mosambik verbringt, verdankt seine weltweite Popularität vor allem seiner Krimireihe um den Komissar Kurt Wallander aus Ystad.
Entgegen der Meinung vieler, wahre Krimis könnten nur aus England stammen, fand und findet sich jeder von Wallanders Fällen weit oben in den Bestsellerlisten. Das liegt einerseits natürlich vor allem an der gut aufgebauten Spannung und teilweise recht spektakulären Morden. Doch auf der anderen Seite ist es ganz einfach die Figur Wallanders, der eben kein souveräner, englischer Ermittler mit unfehlbarem Stil ist, sondern ein Mensch aus der Nachbarschaft.
Mittlerweile sind in Deutschland insgesamt neun Kurt-Wallander-Krimis erschienen. Henning Mankell selbst sagt, dass es dabei bleiben wird. Doch ganz konnte er sich offenbar nicht von der Figur trennen und ließ in "Vor dem Frost" dessen Tochter Linda ermitteln. Doch Mankell sagt selbst, dass er sich nie als reinen Krimi-Autoren geseshen hat, noch jemals in seinem Leben vorhatte, einen Krimi zu schreiben. Er selbst sieht seine Krimis auch eher als soziologische betrachtungen: "Ich sehe auf die Gesellschaft durch den Spiegel des Verbrechens."
Anzeige
Konsequenterweise befasst Mankell sich daher auch nicht nur mit seinen Wallander-Krimis. Das zweite große Thema in seinem Leben und seinem literarischen Schaffen ist Afrika, das Leben dort und die Schwierigkeit, aus der Armut auszubrechen und sich ein neues Leben in Europa aufzubauen. Mankell selbst hat, nachdem er mehrere Jahre als Regisseur, Autor und Intendant für verschiedene Theater gearbeitet hat, die Einladung erhalten in Mosambik ein professionelles Theater aufzubauen. Dieser Einladung folgte er und verbringt seitdem sehr viel Zeit dort. Zu seine "Afrika-Romanen" zählen unter anderem "Der Chronist der Winde", "Die rote Antilope" und "Kennedys Hirn".
Darüber hinaus hat Henning Mankell auch Kinder- und Jugendbücher verfasst, schrieb das Theaterstück "Butterfly Blues" und erhielt mehrere Preise und Auszeichnungen wie den Astrid-Lindgren-Preis für "Der Junge, der im Schnee schlief", den deutschen Krimipreis für "Mittsommermord" und mehrere Auszeichnungen der Schwedischen Akademie für Kriminalliteratur. Sein neuestes Buch "Der Chinese" erscheint im Mai.