Feridun Zaimoglu, 1964 im anatolischen Bolu geboren, lebt seit über 30 Jahren in Deutschland. Er studierte Kunst und Humanmedizin in Kiel, wo er seither als Schriftsteller, Drehbuchautor und Journalist arbeitet. Er war Kolumnist für das Zeit-Magazin und schreibt für die Welt, die Frankfurter Rundschau, Die Zeit und die FAZ.
Er wurde mit dem Hebbel-Preis ausgezeichnet und dem Preis der Jury beim Bachmann-Wettbewerb in Klagenfurt, dem Adalbert-von-Chamisso-Preis, dem Hugo-Ball-Preis, war Stipendiat der Villa Massimo in Rom und erhielt den Grimmelhausen-Preis. Zuletzt veröffentlichte er die Erzählungen "Zwölf Gramm Glück" und das Buch "Rom Intensiv", im Fischer Taschenbuchverlag erschien die Romane "German Amok" und zuletzt "Leyla".
Feridun Zaimoglu wendet den Blick zurück auf das Land, aus dem er mit seinen Eltern kam. Ein Land, in dem ein strenger Glaube den Alltag durchdringt, die Familien dem Vater unterstehen, den Frauen ein bescheidener Platz zugewiesen ist – und in dem all das ins Wanken gerät.
Anzeige
Er lässt die heranwachsende Leyla ihren Alltag erzählen. Leylas Vater hat keinen Erfolg und schlägt sich mit immer windigeren Geschäften durch. Die Brüder gehen ihrer Wege, die Schwestern warten auf den Mann, der für sie ausgesucht wird, und hoffen auf die große Liebe. Leyla erobert sich kleine Freiheiten, die sie wieder verliert, als sie zur Frau wird. Und sie kommt einem dunklen Familiengeheimnis auf die Spur.
Erst der Umzug der Familie nach Istanbul eröffnet neue Möglichkeiten: Leyla lernt einen Mann kennen und verliebt sich, doch die beiden haben keine Zukunft in der Türkei.
Mit epischer Kraft und einer sinnenfrohen, farbenprächtigen und archaischen Sprache erzählt Feridun Zaimoglu vom Erwachsenwerden eines Mädchens, dem Zerfall einer Familie und von einer fremden Welt, aus der sich viele als Gastarbeiter nach Deutschland aufmachten.
"... sein Staunen über Sinnlichkeit und Gewalt der Wörter, der leichte Akzent, die sanfte Stimme, der kurze Atem geben ›Leyla‹, dem viel gelobten neuen Roman über die Kindheit seiner Mutter in einer anatolischen Kleinstadt, eine Dringlichkeit, der man sich schwer entziehen kann."
Tages-Anzeiger
"Wie Feridun Zaimoglu seine bildgewaltigen Sätze manchmal leidenschaftlich belebt, wie er sie oft gegen den inhaltlichen Strich bürstet oder durch eigenwilligen Rhythmus neuen Interpretationen ausliefert, das ist ein Genuß, der die vorherige Lektüre des Buches auf eine ganz eigene Weise ergänzt."
SWR 2