Ein eilig ausgehobenes Pferdegrab enthüllt ein Skelett mit einem Ring am Finger, und plötzlich ist die Vergangenheit wieder lebendig. Die Tote ist Nola, die schöne, lebenslustige Nola, die vor Jahrzehnten jedem Mann in der Umgebung den Kopf verdreht hat. Nach ihrem Verschwinden geriet ihr Liebhaber Guy unter Verdacht. Plötzlich ist die Jagd nicht nur auf Füchse eröffnet.
"Sister" Jane, Jagdherrin eines exklusiven Fuchsjagdclubs, ist überzeugt, dass mit der Einjagd der jungen Hunde der Meute die beste Zeit des Jahres bevorsteht, doch als das treue alte Pferd Peppermint stirbt und rasch beerdigt werden soll, wird beim Ausheben des Grabes ein Skelett mit einem kostbaren Ring am Finger gefunden. Alte Wunden brechen auf, denn zu Lebzeiten war die schöne Nola das Herzstück der eingeschworenen kleinen Jagdclique. Nicht nur die Schwester Sybil und die Eltern wollen alles tun, um den Fall endlich aufzuklären.
Der naheliegendste Verdächtige ist immer noch Guy, Nolas unstandesgemäßer Liebhaber, der als einziger nicht nur einer von vielen war und der zusammen mit ihr verschwand. Doch gerade, als man sich erneut die Frage stellt, wo Guy stecken könnte, wird ein zweites Skelett gefunden. Bald wird deutlich, dass als Täter nur ein Mitglied von Sisters Jagdclub infrage kommt. Doch zum Glück ist Sister bei ihrer Spurensuche nicht allein, denn auch die Tierwelt – Füchse wie Hunde – halten ihre klugen Augen offen.
Mit Auf heißer Fährte schickt Erfolgsautorin Rita Mae Brown ihre neue Reihe um Jagdherrin Sister und ihre kluge Hundemeute in die zweite Runde. Diesmal geht es – ganz klassisch – um die Aufklärung eines lange zurückliegenden Verbrechens, das zum zweiten Mal eine eng verschworene Gemeinde mit tief gehenden emotionalen Verflechtungen in eine Krise stürzt. Das Personal ist bekannt: Da sind die Eltern, die ewig im Schatten stehende Schwester, die diversen Liebhaber der Toten, und da ist Sister, die amerikanische Miss Marple, elegant, ehrenhaft und mit ihren 71 Jahren noch kein bisschen zahnlos.
Anzeige Die Parallele zu Agatha Christie ist nicht zufällig gewählt, denn nicht nur der Aufbau, auch die Ansiedlung im Milieu der Fuchsjäger mutet sehr englisch an. Doch der klassische Plot wird durch eine ungewöhnliche Ebene erweitert, denn die Tiere bei Rita Mae Brown, nicht nur die Katzen, wissen mehr, als sich die meisten Menschen träumen lassen. Sie sprechen sogar, und da sie alle, Hunde, Katzen, Füchse und Eulen, Sister mögen und die Angelegenheiten der Menschen ganz spannend finden, haben sie auch einiges zu sagen.
Auf heißer Fährte ist ein charmanter Roman, der Originelles mit Althergebrachtem vermischt und nebenbei den Schauplatz Virginia zu farbenfrohem Leben erweckt. Vielleicht wird der eine oder andere Leser sich von den eher ausführlichen Erklärungen zur Fuchsjagd und ihren Gepflogenheiten gelangweilt fühlen, zumal der Plot als solcher eher dünn ist. Ein wenig mehr Komplexität auf der menschlichen Ebene hätte die Fährte noch heißer gemacht, aber amüsant liest sich das Zusammenspiel von Mensch und Tier allemal.
Fazit: Ruhiger, charmanter Jagdkrimi nach klassischem Vorbild