Emotionsgeladen ist Myersons „Deine Geschichte“. Doch was erzählt sie da? Einen Liebesroman, die Geschichte einer am Tod ihres Kindes kaputtgehenden Frau oder eine Fahrt in den Wahnsinn?
Erzählt wird von Rosy und Tom. Beide leben glücklich mit ihren Kindern in London. Bis zum Tod ihrer kleinen Tochter. Um den Verlust besser zu ertragen, Reisen die beiden nach Paris und verbringen dort ein Wochenende.
Dort findet Rosy einen Brief. Dieser Brief ist der Anfang einer Entwicklung, die an der Substanz der Beziehung zwischen Tom und Rosy rüttelt und vor allem an Rosys Person, an ihrem Geist. Der Brief ist eine Botschaft eines Mannes- der großen Liebe von Rosy zu Studentenzeiten. Diese Zeit ist längst vorbei, der Mann war fast vergessen. Nun aber leben die Erinnerungen daran auf und Rosy verliert sich fast darin. Man hat den Eindruck, als könne sie selbst bald kaum mehr unterscheiden, was real und was vergangen ist. Sie verstrickt sich in die Fantasien der früheren Liebesbeziehung.
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Doch sind es nur Fantasien?
Myerson hat mit „Deine Geschichte“ eine wahre Psychostudie geschrieben. Menschen können sich selbst mit Wahnvorstellungen zugrunde richten und dabei viel zerstören. Nicht nur in sich selbst. Denn auch wenn ihr Ehemann Tom sehr stabil ist und Rosy stützt, gerät ihre Beziehung doch durch die Eskapaden Rosys in Gefahr.
Ist das alles durch den Kindstod der Tochter verursacht? Die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit scheinen manchmal fließend.
„Deine Geschichte“ kann man schon fast als Studie bezeichnen. Eine sehr lesenswerte. Wunderbar und fesselnd geschrieben.