Es sind drei ganz unterschiedliche Menschen, die der Zufall hier zusammengebracht hat. George Archer, Eddie und Elizabeth. George arbeitet im British Museum. Als das Museum von Dieben überfallen wird, gelingt es ihm, eine Seite aus dem Tagebuch Sir Henry Glicks zu retten. Genau aus dem Buch, das eigentlich die Räuber haben wollten. Es gibt einen Toten. Percy Smythe. Er ist ein Kollege des verstorbenen Albert Wilkes, der dem Museum die Tagebücher Sir Henry Glicks vererbt hat. Allerdings scheint Wilkes wieder auferstanden zu sein. Seine Frau hat ihn gesehen. Davon berichtet sie auch dem Pfarrer und dessen Tochter Elizabeth, die beide die Witwe besuchen.
Auch Eddie, ein Taschendieb, sieht Wilkes. Er beschließt ihn um seine Brieftasche zu erleichtern. Stattdessen wird er aber Zeuge, wie der lebende Tote entführt und verschleppt wird. Helfen kann er nicht. Denn als er einem Ungeheuer begegnet, tritt er die Flucht an. Weil er aber auch die Brieftasche des Pfarrers stiehlt, lernt er dessen Tochter Elizabeth kennen, die ihm die Brieftasche wieder abnimmt. Allerdings ist es die falsche. Zu spät bemerkt die junge Frau, dass es die Brieftasche von George Archer ist.
In dieser Geldtasche beifndet sich die Seite aus Henry Glicks Tagebuch, die Archer vor den Einbrechern retten konnte. Kein Wunder also, dass die Diebe nun hinter Eddie her sind. George hat sich offensichtlich auf der Suche nach der Wahrheit dem Falschen anvertraut. Dabei hat der sterbende Percy den Namen Lorimores geflüstert. Das sollte wohl keine Hilfe, sondern eine Warnung vor dem Fabrikanten sein.
Es ist also doch nicht das Schicksal, das George, Elizabeth und Eddie zusammenbringt. Vielmehr ist es die Seite aus dem Tagebuch, die einen Hinweis enthält, den es zu entschlüsseln gilt. Für andere ist dieser scheinbar so wichtig, dass sie bereit sind, dafür zu morden. George, Elizabeth und Eddie beschließen, der Sache auf dem Grund zu gehen. Dabei kommen sie den schrecklichen Machenschaften Lorimores auf die Spur.
Anzeige Die Geschichte ist sehr gekonnt aufgebaut. Sie beginnt mit einigen Erzählsträngen, die zunächst in keinem Zusammenhang zu stehen scheinen. Doch bald offenbart sich das ganze Ausmaß. Alles hat überraschenderweise miteinander zu tun. Es geht um ein Geheimnis, das, wenn es von den Falschen entdeckt würde, die Welt verändert könnte.
Doch für George, Elizabeth und Eddie ist das Rätsel nicht so leicht zu lösen, zumal sie alle bald zu Gejagten werden. Aber so unterschiedlich die drei auch sind, sie halten zusammen. Die Figuren sind perfekt beschrieben, bis hin zu den Bösewichten. Die bildhaften Beschreibungen sind so gut gemacht, dass man sich das Geschehen, wie einen Film vorstellen kann.
Die Geschichte ist spannend und auch szenenweise recht gruselig. Der Londoner Nebel sorgt immer wieder für schaurige Momente. So manche Szene verhilft zu Gänsehaut. Außerdem überrascht der Autor mit immer neuen Wendungen, rückt das Geschehen immer wieder in ein anderes Licht.
Lesespaß wird so garantiert. Das Buch ist keine Minute langweilig. Außerdem ist es perfekt in die historische Kulisse eingebunden.
Fazit : Das Buch ist eine Überraschung. Die Geschichte ist gut ausgedacht und wird überaus spannend erzählt. Das ist Lesespaß von der ersten bis zur letzten Seite.
Justin Richards Death Collector Aus dem Englischen von Christine Gallus
Loewe Verlag
ab 12 Jahren
304 Seiten, gebunden, 16,90 Euro
ISBN-10: 3785560761
ISBN 13: 978-3785560761