Im zerstörten Quebec, in einem halb abgebranntem Buchladen erzählt eine junge Frau einem Offizier der französischen Armee eine seltsame Geschichte um ein mechanisches Schloss, einen Grafen, dem Rätsel wichtiger sind als die Wahrheit, einen Priester, der die Zeit bekämpft, und dem Buch, das niemals endet.
Die Geschichte beginnt mit einem ungarischen Grafen, dessen Stammsitz genau auf der Landesgrenze steht. Um der doppelten Steuerbelastung zu entgehen, erfindet er ein mechanisch gesteuertes Schloss, dessen Räume sich wie in einem Labyrinth bewegen. Doch die Idee entwickelt sich zur Besessenheit, und bald holt der Graf den englischen Drucker Flood zu sich und beauftragt ihn, für seine Bibliothek ein Buch zu drucken, das keinen Anfang und kein Ende haben soll. Doch stattdessen entsteht das Buch Verlangen - das Flood Irina, der Tochter des Grafen widmet.
Jahre später: Flood, seine Tochter Pica und der chinesische Setzer Dschinn durchstreifen auf ihrem Schiff Biene die Meere. Sie suchen Irina, die nach der Entdeckung ihrer Liebesbeziehung zu Flood verschwunden ist. In Venedig, China und dem fernen Osten ist der nautische Drucker bald bekannt, er trifft auf seiner Reise seltsame Gestalten wie die Sklavenpiratin Amphitrite Snow aber auch alte Bekannte. Am hartnäckigsten stellt sich der Abbe de Foix heraus, den er auf dem Schloss des Grafen getroffen und bei Irina ausgestochen hatte. Jetzt stehen sich die beiden Männer als Todfeinde gegenüber. Der Abbe will das ewige Buch und den Schlüssel in seinem Kampf gegen die Zeit.
Salamander ist ein ungewöhnliches Buch, das irgendwo zwischen Fantasy, historischem Roman und Utopie schwankt. Eines ist es aber ganz sicher: Eine Liebeserklärung an das geschriebene Wort. Wie der englische Setzer Flood wird der Leser eingeladen, sich in dem Rätselschoss des Grafen zu verlieren; zusammen mit ihm streift er durch die Länder auf der Suche nach dem dünnsten Papier der Welt und dem Gänsehautsatz des alten jüdischen Druckers. Mit seinen verschiedenen Erzählebenen und eingefügten Geschichten stellt das Buch selber ein bisschen den Anspruch, eine Geschichte ohne Ende zu sein, und wenn sich die Wege der jungen Frau und des Oberst am Ende trennen, dann beginnt für beide eine neue Geschichte, die nur darauf wartet, erzählt zu werden.
Fazit: Wer glaubt, dass Bücher eine Seele haben, wird dieses Buch lieben