Camelot ist der Traum jedes Jungen und jedes Mannes - doch die Wahrheit ist relativ ernüchternd. Die Wände sind nicht aus Gold, die Bewohner riechen meistens schlecht und doch hat selbst Küchenjunge Dulac, der auf der Burg arbeitet, nur den einen Wunsch: einer der Ritter der Tafelrunde zu werden. Wie nah er diesem Ziel ist, weiß er selber nicht.
Der Junge Dulac hat ein hartes Leben, doch er weiß selber, das es besser ist als das vieler seiner Altersgenossen. Als Küchenjunge in Camelot hat er nicht nur ein sicheres Auskommen, er erlebt auch hautnah das Leben der von ihm bewunderten Ritter mit, die zwar alles andere als übernatürliche Wesen sind, deren Schicksal er dennoch glühend beneidet. Doch die Ankunft eines bedrohlichen Fremden bringt auf einmal den lange verbannten Schatten des Krieges zurück in die friedlichen Mauern.
Während Artus sich mit seinen Rittern zum Kampf rüstet, erlebt Dulac seine erste Liebe in Gestalt der jungen Königin Gwinneth, die unvermutet mit ihrem viel älteren Mann Uther im Dorf auftaucht. Von da an geht alles sehr schnell: Dulac wird in die Kämpfe und Intrigen hineingezogen, findet eine alte Rüstung, die er überstreift und die ihn unversehens in den Helden verwandelt, der er immer zu sein hoffte. Doch der neue Ruhm zwingt ihn zu Entscheidungen, von denen Dulac in seinen kühnsten Träumen nichts geahnt hatte.
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Gralszauber ist der erste Band der „Legende von Camelot“, mit denen das Erfolgsgespann Wolfgang und Heike Hohlbein dem alten Stoff der Artussage ein neues, moderneres Gesicht zu verleihen versucht. Ein nicht eben neuer Schritt dazu ist die Entzauberung der Mythen. Die Ritter sind keine großen Helden mehr, sie stehen spät auf, riechen schlecht und erfüllen auch sonst kaum den Anspruch von Großartigkeit. Zudem werden nur wenige von ihnen wirklich charakterisiert, so dass eigentlich nur Artus, Dulac und der alte Koch herausstechen, wobei die Identität der beiden letzten jedem, der einigermaßen mit den alten Sagen vertraut ist, bald klar sein wird.
Außerdem ist der Roman ganz auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten. Dulac ist der typische gemobbte, unterdrückte Teenager, der nach und nach zu seiner wahren Bestimmung findet. Dabei fällt die genauer Charakterzeichnung zugunsten einer markanten Schwarz-Weiß-Zeichnung unter den Tisch. Dulac ist ein durch und durch anständiger Junge mit den typischen Zweifeln seines Alters und auch, als er durch die Rüstung seiner wahren Herkunft ein Stück näher gebracht wird, bleiben die Autoren ihrem Ansatz treu, der ganz modernen Werten verschrieben ist. Heldentum ist irgendwie anrüchig, töten ist falsch, Macht korrumpiert.
Gralszauber ist für Jugendliche sicher eine inhaltlich wie sprachlich ansprechende Lektüre, für junge Erwachsene mag manches zu einfach gestrickt und leicht durchschaubar sein. Dennoch ist auch dies ein Beweis, dass die alten Sagen auch in unserer Zeit nicht tot sind, vor allem, wenn man sie mit einer Prise Fantasy und Action würzt und sie modernen Werten anpasst - auch wenn dabei ein Teil ihres Zaubers auf der Strecke bleibt.
Fazit: Artus heute - Modernisierung nach bekanntem Muster