Zwei gewichtige Dinge, die noch vor jeglicher Lektüre schon einmal für dieses Buch sprechen: zum einen ist Penelope Hobhouse nicht nur eine 'weltweit gefragte' Gartenarchitektin, sondern jedem, der sich mit Gartenkunst etwas beschäftigt ein Begriff. Und dann: der Verlag verspricht ein 'einmalig umfassendes, kenntnisreiches und inspirierendes Buch' und hält dieses Versprechen mehr als ein. Ein Schmuckstück, wäre es kein Buch, ein kleines Kunstwerk, wäre es keine lehrreiche und unterhaltsame Lektüre.
Es macht schon Spaß, das Buch aufzuschlagen und durchzublättern. Die sehr abwechslungsreiche Gestaltung mit Bildern, Fotografien, alten Dokumenten belebt und macht Appetit auf Text und Inhalt, der sich auf das „Gärtnern zum Vergnügen“ beschränkt, also Halt macht „vor der Tür von Gewächshaus und Wintergarten“ oder Nutzgärten und Landbau.
Anzeige Holt man thematisch auch nicht so weit aus, was dem gewaltigen Thema sehr zugute kommt, wird dafür zeitlich der Rahmen weit gesteckt: rund 3000 Jahre Gartenkunst, von Tempelgärten in Darstellungen der Ägypter, über die Gärten des christlichen Mittelalters bis hin zu den Handschriften der Landschaftsarchitekten des 21. Jahrhunderts. Gartenkunst, nicht etwas, das hinter verschlossenen Mauern stattfand, Stilrichtigungen konkurrierten miteinander oder inspirierten sich gegenseitig, Klima und Kultur setzten Grenzen und prägten genauso wie die jeweiligen gesellschaftlichen Sichtweisen.
Auffallend liebevoll sind die einzelnen Kapitel gestaltet, bis ins Detail einer ausführlichen Bildunterschrift. Bildhaft und angenehm erzählerisch sind Erläuterungen und Betrachtungen einzelner Stilarten, Besonderheiten oder Entwicklungen. Penelope Hobhouse erzählt Geschichten und Begebenheiten, plaudert fast und ist dabei beeindruckend kenntnisreich. Ihr Fachwissen füllt diesen üppigen Bildband mühelos, führt in Gärten „für Gemüt und Stimmung“, atemberaubende Anlagen für Könige und Kaiser oder in japanische Refugien für Besinnung und Spiritualität. Gartenkunst, wieviel mehr ist das als einem Stück Natur Form, Gesicht und Wesen zu geben!