Palermo 1978 - der zehnjährige Giovanni wächst im Schoße seiner Familie auf. Der Vater ist bei der hiesigen Polizei in Palermo, seine Mutter eine Hausfrau, die sich zum Gespött der Leute gemacht hat, als sie vor ein fahrendes Auto gelaufen ist. Psychisch stark gestört behauptet sie von unbekannten Anrufern terrorisiert zu werden, verbietet ihrem Sohn Gespräche entgegenzunehmen, geschweige denn sich alleine auf den Straßen Palermos umherzutreiben.
Häufig fährt Giovanni so mit seinem Vater durch die Straßen des Viertels, kehrt regelmäßig in einer Bäckerei oder bei einem Schneider ein, wo sich sein Vater mit Freunden trifft. In einem Schaufenster erblickt Giovanni einen neumodischen Farbfernseher, der die sonst recht graue Welt plötzlich in Farben förmlich explodieren lässt und kurz nachdem er seinen Wunsch einem nahezu bekannten offenbart hat, steht ein solcher Apparat auch schon im heimischen Wohnzimmer – wie vieles im Hause ganz ohne Bezahlung.
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Nach und nach werden weitere Indizien bekannt, die erkennen lassen, dass der rechtschaffende Polizist gleich „auf mehreren Hochzeiten tanzt“ und der Mafia einige Gefälligkeiten erweist. „Wenn man das Böse nicht sieht, existiert es nicht“ so das Credo des Familienvaters.
Doch mit den verstreichenden Jahren zerbricht er förmlich an seiner Zweigleisigkeit. Die Familie, der er treu gedient hat, wird gesprengt und sein Schutzschild bricht somit nach und nach zusammen.
Schließlich kommt man ihm und seinen Verbindungen auf die Spur und alle Vergünstigungen und Schützenhilfe sind verschwunden. Zurück bleibt ein gebrochener Mann, der neben seiner Mafia-Verbindung noch eine weitere Verbindung verborgen hat, die nun zum Vorschein kommt. Eine dunkle und bedrohliche Zukunft steht bevor
Giacomo Cacciatore gelingt mit seinem Einblick in die Welt der Mafia ein wirklich lesenswertes Stück Prosa. Sehr gefühlvoll und plastisch schildert er die Ereignisse aus einer kindlichen Perspektive, die im Verlauf der Handlung an Reife gewinnt. So gelingt ihm ein wirklich glaubhafter und fesselnder Einblick in die ungeschriebenen Gesetze der Mafia und die Verbindung einer durchschnittlichen italienischen Familie in eben diese.
Inhaltlich wie sprachlich überzeugt der Roman vollkommen. Ganz klar ein Lesetipp!