Die Situation in Bagdad verschlimmert sich immer mehr. Das Leben hat das letzte bisschen Normalität verloren. Saids Mutter stirbt bei einem Bombenattentat direkt vor der Schule. Der Fünfzehnjährige verkraftet das nicht, wie sollte er auch. Said muss ins Krankenhaus. Wenig später stirbt auch sein Vater. Auf offener Straße wird er erschossen. Said wird von seinem Großvater zu Onkel Bassam nach Berlin geschickt.
Lenas Eltern wollen sich scheiden lassen. Nun muss das Mädchen entscheiden, ob sie von Frankfurt mit ihrer Mutter nach Starnberg bei München ziehen will oder ob sie lieber bei ihrem Vater bleiben will und mit ihm nach Berlin geht. Lena entscheidet sich für ihren Vater. Berlin gefällt ihr gut, nur vor der Schule hat sie ein wenig Angst.
Lena ist nicht die einzige Neue an der Schule. Im Sekretariat trifft sie auf Said, der sich ebenfalls hier anmeldet. Sie werden gemeinsam in eine Klasse gehen und sogar nebeneinander sitzen. Die beiden trennen Welten und doch gibt es etwas, dass sie verbindet, aber das Schicksal meint es nicht gut mit ihnen.
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„Zwischen Bagdad und nirgendwo“ ist eine sehr einfühlsam geschriebene Geschichte, die von zwei Jugendlichen erzählt, die aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen werden und nun von vorne beginnen müssen, Said sogar als Ausländer ohne Eltern in einem ihm völlig fremden Land, dessen Sprache er nicht beherrscht. Lena hat praktisch den Heimvorteil und dennoch fühlt sie sich genauso zerrissen wie Said.
Die Autorin schildert die Gefühle ihrer Figuren sehr genau, sie erzählt von den Schwierigkeiten, die es zu meistern gilt und von den möglicherweise unlösbaren Problemen, denen die beiden begegnen. Die Geschichte berührt sehr stark. Sie ist traurig, aber nicht ohne Hoffnung. Sie wirbt für Verständnis für Fremde und eine herzlichere Aufnahme.
Lena und Said halten zunächst zusammen und unterstützen sich gegenseitig. Doch durch Einflüsse von außen, durch andere Mitmenschen und für Said unverständliche deutsche Gewohnheiten, wird ihre gegenseitige Achtung auf eine harte Probe gestellt.
Der Schreibstil der Autorin gefällt ausgesprochen gut. So kann man sich auch als Außenstehender den Figuren gut annähern, ihre Gefühle und ihr Tun verstehen. Die Geschichte ist dramatisch, aber diese Dramatik wirkt nicht übertrieben oder gekünstelt. Dadurch wirkt das Buch ausgesprochen authentisch.
Der Hölle des Krieges in Bagdad entflohen, kommt der vierzehnjährige Said zu seinem Onkel nach Berlin. Was er im Irak erlebt hat, lässt sich nicht erzählen. Aber trotz des Terrors dort liebt er sein Land und fühlt sich seiner Kultur und Religion verbunden. Wie sollte er das alles abstreifen - nur weil die anderen in Deutschland ihn für extrem halten und anfeinden?
Enttäuscht vom Westen, sucht Said verzweifelt nach seiner Identität. Als Said Lara trifft, scheint er endlich jemanden gefunden zu haben, der ihn mit dem Herzen versteht. Aber auch sie kann nicht verhindern, dass die Schatten der Vergangenheit nach ihm greifen.
Bis zu dem Tag, an dem Saids Schmerz explodiert - und Lara für immer mit ihm zu brechen scheint ...
Mitreissend und authentisch erzählt Brigitte Blobel von Said, einem moslemischen Jungen, der - der Hölle des Irak-Kriegs entflohen - in Deutschland auf ganz neue Konflikte stösst.