Seine Opfer sind aufs Grausamste entstellt, und vor ihrem Tod haben sie ein letztes Telefonat geführt. Sonst weiß man nichts über den „Besucher“. Erst als Detective Joe Lucchesi den Brief einer geistig behinderten jungen Frau erhält, bekommt die New Yorker Polizei einen ersten Anhaltspunkt. Lucchesi stellt fest, dass es zwei Menschen gibt, die dem Killer entkommen sind – doch die können oder wollen nicht sprechen.
Was wie eine brutale Einzeltat aussieht, stellt sich schließlich als Mordserie eines Wahnsinnigen heraus, der bald nur noch „der Besucher“ genannt wird. Er tötet seine Opfer ohne Spuren zu hinterlassen, doch bevor er sie abschlachtet, zwingt er sie zu einem letzten Anruf, in dem sie ihre Sünden, sei es Untreue, Verrat oder einfach nur Lieblosigkeit, beichten müssen. Joe Lucchesi und sein Partner Danny stehen dem Fall hilflos gegenüber, und nicht einmal die Tatsache, dass offensichtlich zwei Opfer dem Besucher entkommen konnten, bringt sie vorerst weiter.
Denn das eine Opfer möchte nicht reden, das andere, die junge Mary, ist seit dem Angriff des Killers geistesgestört und kann die gewünschten Angaben nicht machen, obwohl die Erinnerungen unter der Oberfläche schlummern. Während Joe dem Mörder folgt, vernachlässigt er gleichzeitig seine Familie, die noch immer nicht verwunden hat, dass sie vor Jahren in Irland selber in den Dunstkreis eines Mörders geraten sind.
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Wer schwache Nerven hat, dem sei geraten, von Blutbeichte die Finger zu lassen. Von Anfang an wird deutlich, dass Autor Alex Barclay nicht gewillt ist, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Nicht nur die Beschreibung der Leichen wird in allen Einzelheiten ausgemalt, so dass der Vorstellungskraft des Lesers nicht viel überlassen bleibt, auch die Morde werden weniger beschrieben als zelebriert. Jeder Schlag, jede sadistische Einzelheit wird den Lesern vor Augen geführt.
Diesen Gewaltausbrüchen steht die Ruhe, ja beinahe Langsamkeit des Restes der Handlung irgendwie unpassend gegenüber. Die Handlung schreitet kleinschrittig voran, und auch den privaten Hintergründen des Protagonisten wird viel Zeit gewidmet. Dass sie trotzdem dem Leser nicht wirklich nahe kommen, liegt auch daran, dass Blutbeichte in seiner Anlage viel Routine enthält, die durch den Superlativ der Gewalttätigkeit nicht vollkommen überdeckt werden kann.
Der Sprecher Sascha Rotermund macht das Beste aus der literarischen Vorgabe. Er leiht seine angenehme Stimme einem eher ruhigen Vortrag, der sich zwar in die Figuren hineinversetzt, auf schauspielerische Mätzchen aber verzichtet. Doch auch das kann nichts daran ändern, dass sich Blutbeichte nicht wirklich als Hörbuch eignet, da der Leser keine Möglichkeit hat, die Längen in der Handlung durch individuelles Tempo auszugleichen. Zusammen mit der großen Anzahl der Figuren sind die 6 CDs, die die Lesung dauert, hart an der Obergrenze.
Fazit: Routinierte Lesung, die trotzdem nicht in ganzer Länge zu fesseln vermag