Er entführt junge Paare und stellt sie vor die grausamste Wahl, die man sich vorstellen kann. Sie können überleben, aber nur, wenn sie ihren Partner verraten. Schon zwei Paare sind dem Sadisten in die Hände gefallen. Doch Debbie und Scott leben noch, und Detective Mercer ist überzeugt, dass er sie retten kann.
Am Grab seines Kollegen und Freundes erleidet Detective Mercer einen Zusammenbruch, der ihn zwingt, seine Karriere vorerst an den Nagel zu hängen. Nur langsam kommt er wieder zu Kräften, gestützt von der hingebungsvollen Liebe seiner Frau Eileen. Als er schließlich wieder seine alten Aufgaben übernimmt, ist er darauf bedacht kürzer zu treten, doch gerade diese Zurückhaltung kostet ihn bald den Respekt und das Vertrauen seines Teams, eine Tatsache, die sich als fatal erweist, als Mercer die Leitung seines ersten großen Falls übernimmt.
Verhörspezialist Mark ist begeistert, als er dem Team des legendären John Mercer zugeteilt wird, dazu noch in dem Fall des 50/50-Killers, eines Sadisten, der sich nur an Pärchen vergreift. In einer Nacht der Folter und Qual ermöglicht er einem der Opfer das Überleben unter der Bedingung, dass dieser seinen Partner ans Messer liefert. Das passiert auch Scott und Debbie. Als Scott gefunden wird, ist er so traumatisiert, dass er kaum Hinweise geben kann. Trotzdem ist Mercer überzeugt, dass er Debbie retten kann – als einziger in seinem immer mehr auseinander fallenden Team.
Anzeige Es gibt offensichtlich einige Anforderungen an einen Thriller, die heutzutage unabdingbar sind. Die wichtigste ist wohl, dass er neue Maßstäbe setzen muss, was Perfidität und Grausamkeit angeht. Steve Mosbys Der 50/50-Killer hebt sich von diesem Trend insofern ein wenig ab, als es weniger die Mengen des Blutes sind, die den Leser erschauern machen sondern vielmehr die Konzeption des Romans. Hier wird der unter Liebenden gerne geäußerte Satz „Ich würde für dich sterben“ auf die blutige Probe gestellt, denn nur dadurch, dass man sich foltern und letztlich töten lässt, kann man den Partner vor einem gleichen Schicksal retten.
Dieser sadistische Handlungsansatz ist in eine Geschichte verpackt, in der der gebrochene Held Mercer verzweifelt eines der jungen Paare zu retten versucht, die dem Killer in die Hände gefallen sind, während gleichzeitig sein Team durch Misstrauen und Zweifel zu zerbrechen droht. Auch diese Gebrochenheit passt zu dem derzeitigen Lesergeschmack und erhöht gleichzeitig das Morbide, Hoffnungslose des Romans. So folgt der Leser einen spannend aufgezogenen Mörderjagd bis zu ihrem bitteren, und leider dann auch ziemlich verwirrenden Ende. Hier hätte Mosby besser daran getan, seinem bisher stringenten, fast klassischen Aufbau zu folgen, anstatt eine weitere, gewollt ungewöhnliche Variante, wie man einen Thriller beendet, zu erfinden.
Fazit: Publikumswirksamer, düsterer Reißer, der weitgehend auf Effekthascherei verzichtet