Jeder, der diese außergewöhnliche Frau fotografieren durfte, war hingerissen und verzaubert. Und, keine Frage, genau das drückt jedes der über 200 Bilder in diesem liebevoll gestalteten Bildband aus. Eine wunderbare Hommage und irgendwie liegt zwischen den Seiten Musik und diese geradezu geniale Stimme: Maria Callas, eine Legende und eine Schönheit, eine Frau, die in allen großen Opernhäusern dieser Welt zu Hause war, eine unvergessliche Frau, Sängerin und auch Diva.
Der Abriss ihres Lebens eröffnet das Buch, komprimiert, auf wenigen Seiten, mit allen wichtigen Stationen: 1923 in New York geboren, die Musik von Bellini, Verdi und Puccini erfährt sie schon als Kind, mit 14 beginnt sie mit dem Gesangs- Studium in Athen, dann Anfang der fünfziger Jahre in Mexiko- Stadt und Mailand die ersten Auftritte, die sie „schlagartig berühmt“ machten. „Die Callas war heute Abend wie purer elektrischer Strom“. Eine Frau mit Charme, Talenten und viel Freundlichkeit, aber: „...wenn es an meinen Stolz geht, kann ich unangenehm werden.“ sagte sie über sich selbst, auch von ihrer Eifersucht können andere ein Lied singen.
Audrey Hepburn hat sie als figürliches Vorbild, sie hungert, nimmt ab, feiert Erfolge, erleidet Absagen und Rückschläge, nimmt erneut zu. Sie begegnet Männern, die wie sie berühmt sind, in der Öffentlichkeit stehen: mit Onassis verbindet sie viele Jahre lang eine „tragische Liebesaffäre“. Dann, am 16. September 1977 stirbt sie in ihrer Pariser Wohnung.
Anzeige So mit Daten, Fakten und Werdegang 'geimpft' und 'gefüttert', darf man sich dem eigentlichen, dem Hauptteil des Buches widmen: den Schwarz-Weiß- und Farbbildern, wobei die Schwarz-Weiß-Fotografien die herausragenden sind: die großen dunklen Augen der Callas und die einrahmenden Lidstriche, das makellose Gesicht, voller Ausdruck, Leidenschaft und Emotionalität. „Jeder möchte gerne zu jemandem gehören. Für eine Frau bedeutet es die Erfüllung, Kinder zu haben. In dieser Hinsicht habe ich sicherlich mein Leben vertan.“ Manchmal, so scheint es, erkennt man auch die Traurigkeit und Melancholie in diesem Stargesicht.
Und neben den privaten Bildern sind sie natürlich alle da: die großen Stationen auf den großen Bühnen, egal ob es die Violetta in La Traviata ist, die Madame Butterfly, oder Carmen, die Callas sieht sich so: „Ich bin keine Sängerin, sondern eine Schauspielerin, die singt.“ Viele Zitate der Opernsängerin, die ganz verschiedene Facetten ihres Wesens offenbaren. Eine Frau, die auch Wutanfälle gehabt haben soll, die schüchtern war und sich oft in sich selbst zurückzog. „Auf der Bühne stehe ich im Dunkeln.“
Eine wunderbare Mischung aus privaten, beruflichen Bildern, aus Porträtaufnahmen und Schnappschüssen, sowie Fotostudien während der Proben. Die Callas, etwas ganz Besonderes und dieser Bildband: absolute Spitzenklasse.