Dieses Buch und seine Neuerscheinung erfährt in den einschlägigen Feuilletons Lob und Jubel.
Zuerst 1968 in Amerika erschienen und als Kultbuch gehandelt, geriet es lange in Vergessenheit. In den USA mit einem Vorwort von Jonathan Lethem neu aufgelegt, erschien es kürzlich bei uns in neuer Übersetzung
Worum geht es?
Der Maler Alfred Omega pflegt viele Stunden im Bostoner Public Garden zu sitzen, und sich in andere Länder mit malerischen Vorstellungen über sich selbst und weitere Protagonisten hineinzuträumen. Von Sibirien bis zum Orient, auf hohe Berge und ferne Meere führen ihn sein Blick und seine Träume.
Von Zeit zu Zeit wird er aus seinen Träumen herausgerissen, wenn ihm z. B. Randolph mit seinem Frosch begegnet. Eine lustige Unterhaltung auf Augenhöhe beginnt zwischen den beiden.
Mit ihm, einem kleinen Jungen, kann er spintisieren, wie viele Garnknäuel man benötigt, um von hier bis zum Mond zu kommen. Auch berichtet Alfred über das wissenschaftliche Vermicelli - System Stationärer Navigation,--was immer das bedeuten mag! Nicht zu vergessen: Alfred sucht Gott auf vielen Wegen näher zu kommen. Er möchte ihn sehen und ihm gegenüberstehen, um ihm eindringliche Fragen zu stellen!
Anzeige Weitere mehr oder weniger sonderbare Gestalten kreuzen seinen Weg. Im Peristyl der Bibliothek denkt er gerade über die Unsterblichkeit nach, als ihm eine Alte ins Ohr hustet. Dann trifft er im Park April Dandelion. Sie ist dürr, geschwätzig und total verrückt in ihrem Wahn und ihrer Angst vor einem Mörder-Club, der ihr angeblich nach dem Leben trachtet.
Auf Alfreds Fensterbank gurren verhasste Tauben, denen er seinerseits den Garaus zu machen versucht.
Seine Freunde, die Maler Benjamin Littleboy und der konventionelle und erfolgreiche Leo Faber tauchen auf. Sie sind Symbole für Treue, Anstand und gegenseitige Rücksichtnahme. Sie gönnen neidlos anderen Erfolg und kümmern sich um einander. Schließlich trifft Alfred auf Victor Darius, einen Kunsthändler aus Europa, der ihm für seine Bilder, die er in der europäischen Kunstszene verkaufen will, Unsummen verspricht. Ihm kommt eine besondere Rolle zu!
Wie soll man über den Inhalt eines Buches sprechen, das voller skurriler Einfälle und Kuriositäten steckt? Der Phantasie zu den verstiegenen Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Man muß über das Feuerwerk glänzender Produkte eines lebendigen und vitalen Geistes staunen und zugleich lachen.
In dem überbordenden Erguss von Spaß, Lust am Fabulieren und Künstlerfreuden verblüfft uns der Autor unvorhergesehen mit einem simplen Satz von Alfred über einen schönen Sonnentag und die Freude, den Freund Benjamin im Park zu treffen!
Von seinen Träumen und dem Malen, von der Kunst und den Künstlern, von Kunsthändlern und Schurken handelt der Roman. Von einem altklugen und hinreißenden Jungen, von einem Versicherungsmakler mit unklaren Absichten und von einer Reihe hässlicher Todesfälle hören wir.
Unversehens ist man in einem Kunstkrimi gefangen, von dem man anfänglich nur ahnt, dass es einer werden könnte. Unser Hauptakteur ist am Ende ein wenig verrückt, so wie die ganze Geschichte, von einigen Ausnahmen abgesehen, von verrückten Erdenbürgern bevölkert ist. Nicht alle Geschichten sind zum Lachen. Menschliches Leid bleibt nicht ausgespart. Der Wechsel zwischen ernsthafter Lebensbetrachtung und dem Spiel der Phantasie ist von bestrickender Eloquenz.
Über Greenans Debüt hat Jonathan Lethem geschrieben der Roman sei „ vollgepropft mit einer kunterbunten Mischung sämtlicher Vorstellungen, die der Autor vermitteln wollte, als fürchte er, nie wieder Gelegenheit dazu zu haben.“
Man sollte dieses Meisterwerk lesen; so skurril, fantasievoll geistreich, witzig und makaber finden wir sobald keines wieder!