Francois Icher ist Historiker mit einem ganz besonderen Spezialinteresse: er hat sich konzentriert auf das Gesellentum und das Zunftwesen im Mittelalter. Dem Handwerk gehört seine Leidenschaft und die führt in diesem Jahrbuch Tag für Tag durch die Welt der Handwerkskünste, anschaulich und breit gestreut. Dies nicht als trockenes Lehrbuch, sondern mit Bildern und Fotografien, Sprüchen und Redensarten, mit Zitaten berühmter und Gedanken weniger bekannter Dichter und Denker.
„Wer sich fürchtet zu fragen, schämt sich zu lernen.“, so sagt ein dänisches Sprichwort am 11. März, und es wird das atmosphärische Ölbild von Olivier van Deuren gezeigt, „Der Uhrmacher und sein Lehrling“. 365 Tage und eine üppige Sammlung von Handwerken: Parkettschleifer, Schreiner, Buchmaler, Steinmetz, Dachdecker, Bootsbauer oder Schmied, ein Querschnitt durch die Geschichte des Handwerks.
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„Die Arbeit mit der Hand ist kein romantischer oder nostalgischer Akt. Sie ist für mich die einzig akzeptable Definition für den Ausdruck von Stärke, für eine Kraft.“ Kleines Format, dafür stattlich im Umfang: eine hübsche Sammlung an Weisheiten und Illustrationen rund ums Handwerk hat sich hier versammelt, schade, dass die wichtigen Erläuterungen erst im Anhang klein gedruckt nachzulesen sind und nicht textlich auf der entsprechenden Seite mit verarbeitet wurden, Nachschlagen und Blättern stört das Erleben und Erfahren eines Bildes.
Insgesamt jedoch eine für ein ganzes Jahr unterhaltsame Fleißarbeit und bunte Sammlung, zudem ein liebenswertes Plädoyer für das Handwerk: „Im modernen Rhythmus der Baustellen, in den Wäldern und Steinbrüchen von einst, auf den Straßen, über die ehemals die Gesellen wanderten, in den Läden und Werkstätten von gestern und heute- die Weisheit des Handwerks hat stets zu inspirieren vermocht.“ Wie wahr, und in diesem Fall ist es auch ganz egal ob es der 1. Januar oder der 31. Dezember ist.