Annika, Lisa und Kathinka halten immer zusammen, besonders wenn es darum geht, sich an anderen Schülern zu vergreifen. Ihr liebstes Opfer ist Thorsten. Er wehrt sich nicht, lässt alles, was die Mädchen sich Fieses ausdenken, über sich ergehen. Hilfe kann er von niemandem erwarten. Thorsten ist ein Einzelgänger. Obwohl Nina sich schon gerne für ihn einsetzen würde. Aber sie ist schüchtern und hat natürlich auch Angst vor der Mädchenbande.
Doch eines Tages wird alles ein bisschen anders. Lisa entdeckt nach der Schule, dass jemand ihr Fahrrad demoliert hat. Und eine SMS an alle drei Mädchen gerichtet, verheißt nichts Gutes. Da verlangt ein Unbekannter, dass sie sich bei Thorsten für den letzten Übergriff entschuldigen. Die Mädchen denken, Thorsten selbst hat die SMS geschrieben. Na, der kann was erleben! Allerdings bekommt Nina erst einmal ihre Wut zu spüren. Sie kommt zufällig vorbei.
Am nächsten Morgen, noch vor der Schule, ist Thorsten dran. Doch er bestreitet, die SMS geschrieben zu haben. Kathinka und Lisa nehmen ihm sein Handy ab und machen es zu Geld. Später ist Thorsten noch mal dran. Und Nina, die Thorsten beistehen will, wird gleich mitgefoltert. Ihren ganzen Ärger lassen sie an Nina aus. So sehr, dass diese ins Krankenhaus muss.
Anzeige Geschildert wird die Geschichte nicht aus der Sicht des Opfers, sondern der Täter. Annika ist die Ich-Erzählerin. Sie sieht sich selbst nur als Mitläuferin. Schließlich gehen die Taten meist von Kathinka aus und sie macht nur mit, weil sie Kathinka nicht enttäuschen will, weil sie glaubt, mit ihr mithalten zu müssen und weil es die Langeweile vertreibt. Wenigstens zeigt sie einen Hauch von Unrechtsbewusstsein.
Die Geschichte ist schwer zu ertragen, zeigt sie doch, wie hilflos ein Mobbing-Opfer ist, wenn alle Welt die Augen verschließt. Bis auf zwei Personen, Nina und eine Lehrerin, greift niemand ein. Und im Grunde haben die beiden auch keine Chance.
Das Buch eignet sich gut als Diskussionsgrundlage in Schulen. Gerade auch, weil es so schonungslos ist. Und auch, weil es die andere Seite beleuchtet und weil es zeigt, wie hilflos die Opfer sind wenn alle wegschauen und dadurch die Täter noch mutiger machen, die gar nicht realisieren, was sie eigentlich tun und dass ihre Taten längst kein Spaß mehr sind.