Lenz hat mal wieder verschlafen. Er hat seinen Wecker nicht gestellt und niemand hat ihn aufgeweckt. Seine Eltern sind Schauspieler und zur Zeit auf einer Tournee. Lenz ist bei seinem Onkel, Dr. Mo genannt, untergebracht. Der Onkel soll sozusagen „babysitten“. Lenz findet das gar nicht toll, denn er ist ja kein kleines Baby mehr.
Als der Junge aus dem Bad kommt, klingelt es an der Tür. Hendrik, sein Freund, steht da und wartet darauf, dass sie in die Schule können. Doch Lenz hört plötzlich jemanden die Kellertreppe hochkommen. Noch bevor er sich die Frage stellen kann, wer es sein könnte, erscheint Fenne, ein Mädchen aus dem Mittelalter, in der Tür. Sie hat eine Nachricht von der Alten Wöhr. Lenz, Hendrik und Fenne sind Zeitenläufer. Im Keller von Dr. Mo’s Haus befindet sich ein Zeitloch. Nur Kinder bis elf Jahren können darin reisen. Nun sollen sie dringendst für die Alte Wöhr eine Botschaft übersetzen.
Auf der Nachricht von der alten Frau steht ein Text in ägyptischer Sprache. Gut, dass Lenz’ Onkel so viel über Ägypten weiß. Dann wird er es ja bestimmt hinbekommen, die Botschaft zu übersetzen. Die Kinder wecken den Onkel, geben ihn die Nachricht zum Übersetzen und Fenne schaut Dr. Mo zu, während die zwei Jungs zur Schule gehen.
Anzeige Als die Schule zu Ende ist, wurde der Text nun endlich übersetzt und die Kinder reisen, mit Hilfe des Zeitloches, zu der Alten Wöhr. Was sie dort sehen, gefällt ihnen gar nicht. Auf einer Decke im Raum liegt ein Junge von ca. 15 Jahren. Er wurde brutal zusammengeschlagen und sieht einfach nur fürchterlich aus. Die alte Frau hofft, dass er durchkommen, kann aber für nichts garantieren. In der Botschaft steht, dass Ti, der verletzte Junge, eine Nachricht und eine Figur mitbringt. Doch wenn er ohne die Figur erscheint, muss man sie suchen und die Alte Wöhr muss sie zerstören, damit in Ägypten kein Unheil geschieht. Die drei Kinder müssen also in das Land der Pharaonen reisen und sich auf eine sehr gefährliche Reise mit vielen Fallen begeben. Werden sie die Figur finden?
Das Besondere an diesem Buch ist der sehr spannende, mitreisende und geschichtliche Hintergrund der ganzen Geschichte. Man lernt sehr viel über das alte Ägypten. Erleben kann man zum Beispiel den Alltag und die Lebensgewohnheiten. Besonders beeindruckt war ich, wenn es um den Bau der Pyramiden ging. Besonders ustig war die Stelle, an der sich Lenz über die steinigen Wege beschwert. Die Ägypter kannten damals noch keine Schuhe, sodass alle barfuss herumliefen. Diese Erfahrung mussten auch die Kinder machen.
Es gibt ein paar kleine schwarz/weiß Zeichnungen am Anfang jedes Kapitels. Von denen war ich jedoch ein bisschen enttäuscht, weil man auf ihnen sehr wenig erkennen kann. Auf ihnen sieht man nur die zeitreisenden Kinder oder Gebäude. Ich hätte mir ein paar größere Bilder mit einer tollen Aussicht beispielsweiße auf die Pyramiden gewünscht.
Am Ende des Buches findet man ein sehr informatives Nachwort mit vielen interessanten Tatsachen. Zudem gibt es eine schöne große Karte, auf der man alle Bereiche sieht, in denen die Kinder unterwegs sind. Sie ist schwarz/weiß gezeichnet und man kann eindeutig mehr als auf den kleinen Bildern sehen.
Als kleinen „Hingucker“ findet man auf dem Cover eine kleine Spirale auf der die Kinder aus der Geschichte abgebildet sind. Wenn man sie hin und her bewegt, drehen sich die Kinder im Uhrzeigersinn.
Das Buch ist sehr spannend und daher auf jeden Fall zu empfehlen.
Es wird für Kinder ab 10 Jahren empfohlen
Christian Tielmann Mit Fotos / Illustrationen von Michael Bayer
Die Zeitenläufer – Verrat am Nil Ab 10 Jahren
cbj, 2007
176 Seiten, gebunden, 8,95 Euro
ISBN-10: 3570132986
ISBN-13: 978-3570132982