Jeder kennt den fast schon abgedroschenen Spruch „Zeig mir, was du isst und ich sag dir, wer du bist“. Auf der Grundlage dessen werden dann Mutmaßungen über Charakterzüge und Einstellungen des jeweiligen Mensches angestellt. Aber es gibt noch weit mehr Dinge, als nur das Essen, die uns Aufschluss über andere Menschen, besonders aber über uns selbst, geben. Worauf wir achten müssen und was wir daraus lernen können, das will uns die Autorin mit Hilfe dieses Buches zeigen.
Neben dem Essen wird hier eine Vielzahl an Dingen analysiert. So zum Beispiel auch das, was man sieht, hört, sagt, denkt, fühlt, wie man sich kleidet oder wo und wie man wohnt. All diese eher unbewussten Dinge sagen unglaublich viel über eine bestimmte Person und auch über sich selbst aus. Man sieht sie aber erst, wenn man genau hinschaut und analysiert.
Je nachdem, wie man sich verhält, kann daraus nämlich etwas Bestimmtes abgelesen werden. So neigen Menschen, die gern Salziges essen, sehr dazu, sich und andere zu kritisieren, Leute, die häufig im Konjunktiv sprechen, sind sehr unsicher und Menschen, die nur Dinge hören, die sie hören wollen, verschließen sich.
Aber auch in die Größenverhältnisse von Körperteilen wie Gesäß, Mund, Beine kann man gewisse Eigenschaften eines jeden Menschen hineininterpretieren und so mehr über sich selbst lernen.
Die einzelnen Sachverhalte werden dabei kapitelweise durchgesprochen und am Ende jedes Kapitels findet man einen Leitspruch, über den man dann eine Woche lang, jeden Tag etwa 20 Minuten meditieren sollte.
Anzeige Schließlich folgert die Schriftstellerin, dass Menschen krank werden, eben weil sie mit sich selbst nicht zufrieden sind. Eine bestimmte Krankheit steht dabei für eine ganz bestimmte Charaktereigenschaft. So sind Menschen etwa kurzsichtig, weil sie sich Sorgen um ihre Zukunft machen und nicht wahr haben wollen, was sie sehen. Darauf reagiert der Körper, indem er die Sehschärfe reduziert.
Das wir mit unseren Problemen nicht umgehen können, liegt wiederum hauptsächlich daran, dass wir uns selbst und andere nicht genug lieben, denn die Liebe spielt eine zentrale Rolle im Leben eines jeden Menschen und ist somit auch Hauptaugenmerk des Buches. Jeder strebt nach Liebe. Wir alle müssen lieben lernen, denn dann werden wir Gott in allen Dingen erkennen können und vor allem zu unserem eigenen Gott finden.
Wenn man anfängt das Buch zu lesen, wird man sich vermutlich zuerst an den eigensinnigen und etwas altmodisch erscheinenden Schreibstil der Autorin gewöhnen müssen. Ist das einmal geschafft und man ist offen für Theorien, die in der heutigen Zeit eher ein Tabuthema sind, kann man sich auf das Gespräch mit der Autorin einlassen. Sie spricht den Leser direkt an, stellt Fragen, diskutiert sie, analysiert und regt somit den Leser heftig zum Nachdenken kann. Die Autorin gibt aber auch konkrete Tipps, wie man in der einen oder anderen Situation etwas verändern kann und muntert dazu auf, doch die positiven Dinge des Lebens wieder schätzen zu lernen.
Die Autorin vertritt sehr stark ihre eigene Weltansicht und versucht sie auch dem Leser zu vermitteln. So glaubt sie an die Wiedergeburt, an Gott und ist überzeugte Vegetarierin. Sie ist davon überzeugt, dass wir leiden, weil wir in früheren Leben etwas falsch gemacht haben und deshalb sollen wir versuchen in diesem Leben soviel wie möglich Liebe zu schenken, um so zu Harmonie und Glück zu finden.
Die Erörterung bezüglich Verhalten und Charaktereigenschaften sind sehr interessant zu lesen. Allerdings fragt man sich nach einer Weile, woher die Autorin ihre ganzen Erkenntnisse eigentlich hat, da sich kein einziger Bezug zu konkreten Quellen oder Studien im Buch finden lässt, von einer Bibliographie mal abgesehen. Dadurch gewinnt das Buch etwas Horoskopcharakter, obwohl bestimmte Sachverhalte, so unglaubwürdig sie auf den ersten Blick auch erscheinen mögen, sicherlich nicht von der Hand zu weisen sind.
Die Autorin glaubt außerdem, dass alle Krankheiten scheinbar ausnahmslos psychosomatisch sein. So entsteht Krebs beispielsweise durch Hass. Sind wir mit uns im Reinen, würden wir also keine Krankheiten bekommen, denn Krankheiten sind Zeichen, die unser eigener Körper uns schickt, um uns mitzuteilen, dass unser natürlicher Energiefluss behindert ist. Jedoch sind wir für diese Energiestörung selbst verantwortlich, da wir uns nicht so akzeptieren wie wir sind und uns damit nicht genug lieben.
All das bespricht die Autorin sehr zusammenhängend in einer Art Romanbuch.
Fazit: Ein interessantes Buch, um mehr über sich selbst und andere Menschen zu lernen, vorausgesetzt, man ist für diese Art von spiritueller Betrachtung offen.
Lise Bourbeau Dein Körper weiß alles über dich Mit Körperweisheit Wege zu seinem kraftvollen Leben finden Windpferd, 2007
202 Seiten, Taschenbuch, 12,90
ISBN-13: 978-3-89385-536-0
ISBN-10: 389385536X