Gerade wenn man wenig Zeit hat, huscht man mal schnell durch den Supermarkt, wirft Tiefkühlpizza, Fischstäbchen und eine Packung Wurst in den Wagen und rennt zur Kasse.
Wirft man dann zu Hause mal einen Blick auf die Zutatenliste dieser und vieler weiterer Produkte trifft einen der E-Nummernwahn. Oft findet man davon gleich mehrere und man hat überhaupt keine Ahnung, was sich dahinter verbirgt. Jetzt wird aufgeklärt!
Das Buch gliedert sich in zwei Teile.
Im ersten Teil werden vielerlei Fragen diskutiert, die sich der eine oder andere Käufer dieser Produkte sicherlich schon gestellt hat. So wird erklärt, wofür die Stoffe überhaupt eingesetzt werden, ob sie überhaupt notwendig sind und wenn ja, ob sie auch gesundheitsschädlich sind. Der Leser erfährt, was und wo überhaupt deklariert werden muss, was in einem Produkt drin steckt.
Interessant ist auch die Frage, ob in Bioprodukten Zusatzstoffe erlaubt sind oder nicht.
Man erfährt sogar warum ein „E“ vor den Nummern steht und warum Zahlen verwendet werden, anstatt der richtige Name des Stoffes, denn hierbei handelt es sich nicht nur um pure Platzsparerei.
Im zweiten Teil werden dann die Zusatzstoffe, nach aufsteigenden Zahlen und nach Funktionsklassen geordnet, vorgestellt.
Das macht Sinn, denn es gibt verschiedene Gruppen von Zusatzstoffen, nämlich „Farbstoffe & Co“, „Konservierungsstoffe & Co“, „Antioxidations- und Säuerungsmittel“, „Verdickungs- und Feuchthaltemittel“, „Säuerungsmittel & Co“ und „Süßstoffe & Co“.
In jedem Teil findet man dann die betreffenden Stoffe. Es wird erklärt, welche Funktion dieser Stoff im Lebensmittel erfüllt, um was es sich chemisch gesehen überhaupt handelt, auf welche Art und Weise er hergestellt wird, in welchen Nahrungsmitteln er am häufigsten eingesetzt wird und schließlich in wieweit er bedenklich oder auch unbedenklich ist.
Dabei hilft besonders das Ampelsystem. In den Farben grün, gelb und rot wird zum Beispiel angezeigt, ob ein Stoff einen ADI-Wert (akzeptable tägliche Aufnahme), also eine Begrenzung der maximalen tägliche Aufnahmemenge, besitzt. Daraus lässt sich schließen, inwieweit man eventuell zu viel von diesem Stoff aufnehmen und damit sich schaden könnte. Auf die gleiche Weise wird angezeigt, ob ein Stoff gentechnisch hergestellt wird und ob der Stoff für Biolebensmittel eingesetzt wird oder nicht.
Anzeige
Mithilfe des Ampelsystems hat man so wichtige Informationen gleich im Blick, ohne lange lesen zu müssen. Durch farbliche Hervorhebungen und die Arbeit mit Fett- und Kursivdruck wirkt das kleine Nachschlagewerk sehr übersichtlich und ansprechend. Anhand der farbigen Randleiste kann man außerdem schnell zwischen den unterschiedlichen Funktionsklassen hin und her blättern. So gibt es kein Problem, einen von 316 europäischen Zusatzstoffen schnell zu finden.
Die Erklärungen zu dem jeweiligen Stoff sind kurz und prägnant in Stichpunktform, enthalten aber alle notwendigen Informationen.
Auch der erste Teil des Buches ist sehr interessant, da er wichtige Fragen zu dem Thema Zusatzstoffe diskutiert und beantwortet. Der Text ist dabei leicht verständlich und liest sich flüssig.
Da das Buch so klein und handlich ist, kann man es auch problemlos mit zum Einkaufen nehmen und vor Ort schnell mal nachschlagen, um was für einen Zusatzstoff es sich hier handelt. Ein praktisches Register findet man am Ende des Buches.
Fazit: Ein sehr gutes, handliches Nachschlagewerk, um herauszufinden, was sich hinter den E-Nummern verbirgt und ob sie bedenklich sind.
Astrid Schobert Zusatzstoff-Ampel
E-Nummern, Farbstoffe & Co
Schädlich oder unbedenklich: was das Etikett verrät
Gesunde Ernährung Knaur, München
112 Seiten, Taschenbuch, 7,95 Euro
ISBN: 978-3-426-64551-2