Im den vorrevolutionären Jahren um 1914 geht es in Petersburg ungemütlich zu.
Bei Dr. Otto Spethmann, einem Psychoanalytiker, finden sich Patienten zur Behandlung ein, die in seelischer Not sind. Leider erweisen sich einige von Spethmanns Patienten in vielfache revolutionäre Machenschaften verwickelt.
Die Vorzeichen der Revolution sind allenthalben spürbar. Geheimdienste des Zaren, Bolschewiki, Kriminelle, hier tritt jeder mit eigenen Zielen an und bekämpft den anderen.
Die murrenden, sich auflehnenden Revolutionäre bereiten den Sturz des Zarenreichs vor. Man will die Gunst der Stunde zu einem Komplott nutzen und das Zarenregime durch ein Attentat beenden. Im Zentrum steht ein spektakuläres Schachturnier, bei dem auf perfide Art und Weise eine Entscheidung fallen soll. Vorbild ist das epochale Petersburger Schachturnier von 1914, bei dem erstmals Großmeister ermittelt wurden.
Einige der wichtigsten Protagonisten stammen aus dem polnischen Judentum. Ihnen wird eine besondere Rolle zu eigenem politischen Nutzen zugedacht.
Die gesponnenen Intrigen sind unzählbar. In den Vorstellungen der Drahtzieher sind alle Mitspieler nur Marionetten zur Erreichung des angepeilten Ziels.
Anhänger der sich bekämpfenden Gruppierungen suchen bei Spethmann Hilfe,--und trachten danach, sein Wissen über den jeweiligen Gegner auszuspionieren. Spethmann gerät mit den Regeln der Psychoanalyse in Konflikt, wenn er zu Aussagen über seine Patienten von der einen oder anderen Seite gedrängt wird. Unwillentlich gerät er in den Mittelpunkt der Intrigen.
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Verfolgungen, Morde und konspirative Treffen führen den Leser in die Irre. Man weiß nicht, wer auf welcher Seite steht, und wer mit wem zusammenspielt.
Spethmann gerät in Zugzwang wie beim Schachspiel und muß um sein Leben bangen.
Mit Phantasie und Einfallsreichtum ist die Geschichte ausgestattet. Liebe, Mord, Täuschungen und Begegnungen führen zu laufendem Szenenwechsel. Das Schachspiel als Parabel auf das Leben gibt der Geschichte einen anspruchsvollen Anstrich.
Für Schachspieler bietet das Buch den besonderen Anreiz, dass Schachpartien in Bild und Gespräch abgebildet werden.
In rasantem Tempo wechseln Handlungsstränge und Schauplätze.
Verwegen und verwinkelt bewegt sich die Handlung auf ein Ende zu, das unerwartet, passend und sogar realistisch aussieht.
Da man mit den politischen Verhältnissen in Russland vor der letzten Revolution von 1917 konfrontiert wird, rückt ein Stück damaliger Zeitgeschichte ins Blickfeld.
Ronan Bennett hat den filmreifen Roman mit vielen Tricks zu einem spannenden Politthriller ausgearbeitet.
St. Petersburg, März 1914. An einem stürmischen Morgen wird der Zeitungsredakteur O. V. Gulko vor den Augen einer entsetzten Menge ermordet. Alles deutet darauf hin, dass die Täter zur Kampforganisation der Sozialrevolutionäre gehören, und die Frage, warum ausgerechnet Gulko niedergestochen wurde, beschäftigt ganz St. Petersburg.
Fünf Tage später erhält der Psychoanalytiker Dr. Otto Spethmann Besuch von der Polizei. Es hat einen zweiten Mord gegeben, und man verdächtigt ausgerechnet ihn, darin verwickelt zu sein - ihn und seine rebellische Tochter Catherine.
Sorge bereiten ihm auch zwei neue Patienten: Anna Petrovna, eine wunderschöne Frau aus der gehobenen Gesellschaft, die von Albträumen geplagt wird - und in die er sich unpassenderweise verliebt. Und Avrom Rozental, ein genialer Schachspieler, der kurz vor seinem wichtigsten Wettkampf, dem Großmeisterturnier, die Nerven zu verlieren droht. Sie alle werden in ein Netz aus Intrigen, Verrat und Mord verwickelt. Und es ist an Spethmann, jeden Schachzug genau zu planen ...