Einen schlechten Tag hat jeder hin und wieder einmal. Dann mag man sich selbst nicht leiden und seine Umwelt schon gar nicht, versinkt am liebsten im Selbstmitleid oder futtert haufenweise Schokolade in sich hinein. Aber auch das bringt einen nicht wirklich weiter. Doch wie soll man den Tag dann noch retten? Dorothee Dziewas hat dafür jede Menge Ideen.
Jeder kennt das sicherlich selbst. Noch vor dem Aufstehen kann man sich schon wieder perfekt vorstellen, wie der Tag werden wird: voller Hektik und Stress, mit viel zu viel Arbeit, oder aber einfach, wie jeder Tag, der von hoffnungsloser, langweiliger Routine geprägt ist. Dann hat man schon gar keine Lust mehr aufzustehen.
Manchmal springt man aber auch mit guter Laune aus dem Bett, doch dann geht alles schief und man würde sich am liebsten wieder unter der Decke verkriechen. Muss man aber nicht, denn in diesem Buch erfährt man, wie man solche schlechten Tag noch retten kann. Genau genommen gibt es hier für jeden Tag des Monats eine erste Hilfe Maßnahme, denn einen schlechten Tag kann man immer mal haben. Auf 31 Doppelseiten findet der gepeinigte Leser hier jede Menge Tipps und Tricks, wie man den versauten Tag eventuell doch noch (über-)lebenswert machen kann.
Schlingt die Familie, für die man gerade liebevoll gekocht hat, das Essen einfach so hinunter ohne die Mühe zu würdigen? Dann könnte man sie aus ihrem Trott herausholen, indem man den Tisch mal ganz anders dekoriert und zur Abwechslung von dem besonderen Porzellan speist. Oder man holt sich mit frischen Küchenkräutern, die man in der Wohnung selbst züchten kann, ein Stück Garten ins Haus. Eine gute Idee ist auch, sich seinen ganzen Frust einfach mal von der Seele zu schreiben, ohne dabei auf Satzzeichen und Rechtschreibung zu achten. Danach fühlt man sich gleich viel besser.
Anzeige Die Autorin plaudert sehr aus dem Nähkästchen ihres eigenen Lebens, allerdings auf eine durchaus angenehme, witzige und mitreißende Art. Da merkt der Leser gleich, dass nicht nur er selbst hin und wieder schlechte Laune hat, sondern auch die Autorin kennt das Gefühl, nichts mit sich anfangen zu können. Und schon fühlt man sich mit seinen Problemchen nicht mehr so alleine.
Die Autorin regt zum einen damit an, seine Sorgen und Ängste mal von einer anderen Seite zu betrachten und etwas Abstand davon zu nehmen. Wenn man bestimmte Dinge einfach mit etwas mehr Humor nimmt, kann man gleich viel besser damit umgehen. Zum anderen gibt die Autorin aber auch konstruktive Tipps, die sich tatsächlich anwenden lassen. Dinge wie Sportkurse, Museumsbesuche und Wochenendsausflüge setzen aber voraus, dass man neben der Arbeit noch etwas Zeit hat. Aber es gibt auch Tipps, die man nebenbei in die Tat umsetzen kann. Dennoch ist es wichtig, sich an solchen schlechten Tagen ein bisschen Zeit für sich selbst zu nehmen.
Das Buch ist besonders gut geeignet, für Menschen, die gläubig sind, denn die Autorin bezieht sich selbst sehr oft darauf, auf Gott zu vertrauen und mit seiner Hilfe den Tag zu meistern. So findet man neben allgemeinen Weisheitssprüchen auch Zitate aus der Bibel auf jeder Doppelseite. Das Buch macht aber rein beim Durchblättern schon etwas gute Laune. Die Buchgestaltung in frischem Grün und kräftigem Orange gefällt gut. Dazu gibt es lustige Bilder, die dem Buch einen sehr modernen Touch verleihen. Ganz praktisch enthält das Buch ein Schild, mit dessen Hilfe man beispielsweise seine Familienangehörigen warnen kann, nach dem Motto „Bitte nicht stören – bin total gefrustet“, oder auch Entwarnung geben kann, frei nach: „Hereinspaziert – bin supergut gelaunt.“
Fazit: Ein gutes Buch besonders für Gläubige, die ihre schlechten Tage gern mit guten Ideen aufpeppen möchten und Tipps suchen, um aus ihrem Alltagstrott etwas auszubrechen.
Dorothee Dziewas Das Anti-Frust-Buch Für Tage, die schon mit dem Aufstehen beginnen 31 Tipps für gute Laune SCM Collection, 2007
75 Seiten, gebunden, 12,95 Euro
ISBN-10: 3789392596
ISBN-13: 978-3789392597