Börsenverein zeichnet besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus / Preisverleihung im Frankfurter Römer vor 400 Gästen
Die Gewinnerin des Deutschen Buchpreises 2007 ist Julia Franck, sie erhält die Auszeichnung für ihren Roman Die Mittagsfrau (S. Fischer). "Vor dem Hintergrund zweier Weltkriege erzählt Julia Franck die verstörende Geschichte einer Frau, die ihren Sohn verlässt, ohne sich selbst zu finden. Das Buch überzeugt durch sprachliche Eindringlichkeit, erzählerische Kraft und psychologische Intensität. Ein Roman für lange Gespräche", so die Begründung der sieben Jury-Mitglieder. Der Jury für den Deutschen Buchpreis 2007 gehören an: Christian Döring (Lektor und Kritiker), Karl-Markus Gauß (Autor und Herausgeber der Zeitschrift "Literatur & Kritik"), Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Ijoma Mangold (Süddeutsche Zeitung), Rudolf Müller (Müller & Böhm, Literaturhandlung im Heine Haus), Mathias Schreiber (Der Spiegel) und Hajo Steinert (Deutschlandfunk).
"Mit großer Mehrheit hat die Jury sich für Julia Francks Roman "Die Mittagsfrau" als Preisträgerin für den Roman des Jahres 2007 entschieden. Dieser Entscheidung gingen energische und intensive Diskussionen aller Titel voraus; besonders wurde darüber gestritten, was ein deutschsprachiger Gegenwartsroman jenseits von literarischen Moden und Konfektionsware zu leisten imstande ist", sagt Jurysprecherin Felicitas von Lovenberg.
"Die Verleihung des Deutschen Buchpreises hat Hunger auf literarische Neuentdeckungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gemacht und im Ausland das Vertrauen in die Qualität der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur wachsen lassen", so Gottfried Honnefelder, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels und Vorsitzender der Akademie Deutscher Buchpreis, bei der Begrüßung der rund 400 Gäste im Kaisersaal des Römers. Zudem sei die Auszeichnung zum kulturellen Streitobjekt geworden. "Eifersucht, erfrischender Spott, besserwisserische Polemik werden zum Umfeld des Deutschen Buchpreises - wir freuen uns über die öffentliche Aufmerksamkeit, über alle Liebeserklärungen und Leidenschaftsattacken."
Anzeige Julia Franck hat sich durchgesetzt gegen Thomas Glavinic (Das bin doch ich, Hanser), Michael Köhlmeier (Abendland, Hanser), Katja Lange-Müller (Böse Schafe, Kiepenheuer & Witsch), Martin Mosebach (Der Mond und das Mädchen, Hanser) und Thomas von Steinaecker (Wallner beginnt zu fliegen, FVA). Sie erhält ein Preisgeld von 25.000 Euro; die fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro. Die Preisträgerin wurde in mehreren Auswahlstufen ermittelt. Die Jury hat im letzten halben Jahr alle von den Verlagen eingereichten Einsendungen gesichtet und zusätzliche Titel angefordert. Aus diesen rund 117 Romanen wurde eine 20 Titel umfassende Longlist zusammengestellt. Daraus haben die Juroren sechs Titel für die Shortlist gewählt.
Mit dem Deutschen Buchpreis 2007 zeichnet der Börsenverein des Deutschen Buchhandels zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den besten deutschsprachigen Roman des Jahres aus. Partner sind Florian und Gabriele Langenscheidt, der SPIEGEL-Verlag, die Frankfurter Buchmesse und die Stadt Frankfurt am Main. Die Deutsche Welle unterstützt den Deutschen Buchpreis vor allem bei der Medienarbeit im Ausland. Die ersten Seiten aller Shortlist-Titel werden in englischer Übersetzung in einem englischsprachigen Dossier auf dem Internetportal www.signandsight.com präsentiert.
Weitere Informationen zu den Autoren und zum Deutschen Buchpreis 2007 können abgerufen werden unter www.deutscher-buchpreis.de.