Fressen und gefressen werden - darum geht es in der Natur jeden Tag. Klar, versucht sich deshalb jeder so gut wie möglich zu verteidigen oder zu tarnen. Doch nicht immer wird ein Tier, das in das Beuteschema passt auch gleich gefressen. Manchmal gehen Tiere mit anderen Tieren oder auch mit Pflanzen eine besondere Beziehung ein, um sich gegenseitig zu helfen - eine Symbiose.
Aber natürlich gibt es nicht nur Symbiosen, sondern auch alle möglichen anderen Arten des Zusammenlebens. Welche, erfährt man gleich zu Beginn des Buches auf einer Übersichtsseite. Im Grunde geht es hier allerdings um die Vorstellung der Symbiosen, also eine Beziehung, von der beide Partner etwas haben. Meist befreit der eine Partner dabei den anderen von lästigen Parasiten, indem er sie frisst, betreibt also Körperpflege, im Gegenzug dafür wird dieser vor Fressfeinden beschützt.
Ein anderes, weit bekanntes Beispiel stellt die Ameise dar, die „ihre“ Blattläuse vor Feinden beschützt und von ihr dafür einen süßen Ausscheidungssaft als Nahrung bekommt. Aber unsere Natur hat noch viel mehr Überraschungen zu bieten. Insgesamt 24 ungleiche Pärchen, die wohl noch nicht jeder kennt, werden hier vorgestellt.
Anzeige Dazu wird anhand von Texten erklärt, worin die Zusammenarbeit überhaupt besteht. Um das zu verdeutlichen, findet man gleich daneben kleine skizzenartige Zeichnungen, die das Erläuterte noch einmal sehr gut veranschaulichen. In einem roten Kästchen findet man anschließend noch besondere Informationen oder auch mal den Hinweis, wie man einen speziellen Trick, den das Tierchen zur Verteidigung nutzt, nachsimulieren kann oder was es sonst noch Wissenswertes zu erfahren gibt.
Es ist schon erstaunlich, was sich die Natur da einfallen lassen hat. Tiere und Pflanzen, von denen man es nie vermutet hat, gehen eine Art Freundschaft ein und bleiben manchmal ein Leben lang zusammen, um gegenseitig einen Vorteil daraus zu ziehen.
Die Beschreibungen sind kindgerecht, sehr ansprechend geschrieben und sehr gut nachzuvollziehen. Die begleitenden Skizzen dazu verhelfen, sich alles bildlich vorstellen zu können.
Auch die Zusatzinformationen sind durchaus interessant.
Um die Freundschaft zwischen den Lebewesen zu illustrieren, findet man als Hintergrundbild eine oft sehr stark vergrößerte Grafik. Die Illustrationen an sich sind unglaublich gut gelungen und sehr eindrucksvoll. Durch die starke Vergrößerung, die beispielsweise eine Blattlaus so groß wie eine mittlere Kartoffel erscheinen lässt, wirken die Abbildungen teilweise aber auch etwas furchteinflößend. Schade ist, dass es nicht ein einziges echtes Foto von den Tieren und Pflanzen gibt. Das Buch enthält leider nur die künstlichen Grafiken, obwohl es teilweise sehr einfach sein dürfte an entsprechende Fotos heranzukommen.
Fazit: Ein interessantes Buch, um etwas eher außergewöhnliches über die Natur zu lernen. Allerdings wird der Leser, der echte Fotos erwartet hat, nur mit computergemachten Grafiken vertröstet.