Elio Vittorini wurde 1908 in Syrakus, Sizilien geboren und starb 1966 in Mailand. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter des literarischen Neorealismus und gehört neben Cesare Pavese, Italo Calvino und Italo Svevo zu den wegweisenden Autoren der italienischen Literatur des 20. Jahrhunderts.
Heute gilt der italienische Romancier in erster Linie als kultureller Animator des italienischen Literaturbetriebs. Von Johannes Hösle wurde er daher einmal als der „vielleicht wertvollste Sauerteig der italienischen Gegenwartsliteratur“ bezeichnet.
Bereits in den 20er und 30er Jahren lässt die Rezeption der europäischen Moderne Vittorini in Konflikt zur faschistischen Kulturpolitik geraten. Die Ereignisse des Spanischen Bürgerkriegs motivieren ihn schließlich sich in der Resistenza zu engagieren.
Vittorini gehörte in den 30er und 40er Jahren zu jener intellektuellen Elite Italiens, die sich an der Herausgabe diverser Zeitschriften beteiligte, und sich um die Verlage Einaudi und Mondadori gruppierte. Während der Zeit des Faschismus gehörten viele dieser Autoren dem Untergrund an.
Seine Erfahrungen aus der Zeit der Resistenza zeigen sich zuerst in seinem Roman Conversazione in Sicilia/ Gespräch in Sizilien, der von seinen Zeitgenossen als verschlüsselter Aufruf zum Widerstand verstanden wurde und daher der Zensur zum Opfer fiel.