Für Rocco Manini läuft eigentlich alles ganz gut. Mit seiner Freundin Mika versteht er sich prima. Im Freundeskreis ist alles im grünen Bereich. Euro Radio hat Radio Gaga ein tolles Angebot gemacht. Bald geht es los mit den ersten Fahrstunden. Das Ende der Schulzeit naht. Und der baldige achtzehnte Geburtstag verspricht grenzenlose Freiheit. Außerdem bekommt Roccos Schwester ein Baby und er wird Onkel.
Doch bald ändert sich die Lage. Bei einem Skiausflug bricht Rocco sich das Bein. Seine Freunde machen den Führerschein, nur er nicht. Rocco kriegt Ärger wegen eines Radio-Interviews. Das Zwischenzeugnis ist mies. Als Pate muss er für Chiara Verantwortung übernehmen. Der Musterungstermin steht auch an. Bei all dem Stress läuft es auch mit Freundin Mika nicht so gut.
Anzeige Das Thema Erwachsenwerden wird in vielen Büchern für Jugendliche behandelt. Die Autorin geht aber sehr locker mit dem Thema um. Zwar hat Rocco die üblichen Probleme zu bewältigen, aber man kann sich gut in ihn hineinversetzten und mit ihm Sorgen und Nöte teilen. Das Buch lebt vor allem von den Stimmungen, die Rocco durchlebt. Seine Gedanken und Gefühle werden sehr einfühlsam dargestellt, auch wenn hier natürlich auch schon mal das Chaos vorherrscht. Infrage stellen kann man aber den lockeren Umgang mit Drogen im Buch, der unkommentiert bleibt.
Der Einstieg in die Geschichte ist nicht so gut gelungen. Der Schreibstil der Autorin wirkt ein wenig holprig. Später stellt man aber fest, dass das gut zu Roccos Charakter passt. Auch die Spannung entwickelt sich so ähnlich. Glaubt man anfangs ein eher mäßig spannendes Buch zu lesen, wird man später eines Besseren belehrt. Besonders in den letzen Kapiteln möchte man beim Lesen nicht mehr unterbrochen werden.
„Rocco“ ist der letzte Band einer Trilogie nach „Radio Gaga“ und „Radio Gaga on Air“, aber ein in sich abgeschlossen wirkendes Buch.
Rocco liebt Mika, hat Freunde und produziert Podcasts bei Radio Gaga. Sein Leben scheint perfekt zu sein, zumal ihn nur noch wenige Monate von seinem 18. Geburtstag, dem Ende der Schulzeit und einem freien und selbst bestimmten Leben trennen. Doch diese letzten Monate habe es in sich: Musterung, Führerschein- und Abiturprüfungen, Stress bei Radio Gaga und mit Mika und dazu noch Ärger mit der rechten Szene, nachdem Rocco ein Interview mit einem Aussteiger geführt hat. Schließlich haut Rocco mit ein paar Freunden einfach ab nach Italien. Erst als sich die Ereignisse zuspitzen, begreift Rocco, was wirklich in seinem Leben zählt: »Es war die Theorie. Das reine Leben. Daran wollten wir glauben. Alles was dann kam, war irgendwie nicht immer perfekt, manchmal richtig chaotisch und ich glaube, soviel Zweifel hatte ich noch nie. Andererseits sollte man immer bereit sein zu leben und zu sterben. Darum geht's. Der Rest - kommt schon hin.«