Betsy kommt zu dem Schluss, dass sie tot sein muss, denn sie liegt in einem Sarg. Das ist zwar ärgerlich, doch was sie wirklich – wirklich! – wütend macht, ist, dass sie in billigen Kunstlederschuhen beerdigt werden soll. Diese Erkenntnis ist es, die sie aus ihrem Sarg treibt. Der Hunger nach Blut kommt erst später...
Ein ereignisreicher Tag im Leben der Betsy Taylor. Erst verliert sie ihren Job, dann ihr Leben und schließlich wacht sie in einem schauderhaften pinkfarbenen Kostüm und Wühltischschuhen in einem Sarg auf. Die Klamotten gehören natürlich ihrer verhassten Stiefmutter Antonia, die die Gelegenheit ergriffen hat, sich Betsys Markenschuhe unter den Nagel zu reißen. Doch zum Glück ist Betsy weniger tot als untot, und das Leben als Vampirin eröffnet ungeahnte Möglichkeiten.
Die Akklimatisierung an den neuen Zustand fällt Betsy verhältnismäßig leicht, und ein paar Priester, Mörder und Familienmitglieder später trifft sie Sinclair, einen rechthaberischen, unsympathischen Altvampir, der leider auch noch überaus sexy ist. Als er ihr eröffnet, dass sie die Königin der Vampire ist, will sie nur noch eins: ihn loswerden. Andererseits hat ihre neue Position auch Vorteile, von denen Sex und Schuhe nur einige sind. Leider gibt es auch Pflichten.
Vampire sind sexy, gefährlich, sie wecken und beherrschen die animalischen Triebe des Menschen – nicht wahr? Auf keinen Fall stellen sie Schuhe über das Wohl ihrer Art – nicht wahr? Mary Janice Davidsons frecher VampirromanWeiblich, ledig, untotschert sich nicht um derartige Klischees und ersetzt sie durch Klischees ganz anderer Art. Ihre Heldin Betsy ist ein Blondinenwitz auf zwei Beinen, der auf hohen Absätzen durch die Welt der Nacht stöckelt und zur Retterin wider Willen wird.
Anzeige Die Geschichte bezieht ihren Witz vor allem aus der Unvereinbarkeit der Welten, die hier beschrieben werden. Die Vampirkönigin wider Willen hängt an ihren menschlichen Freunden, ihrer Katze und spielt ihrem Vater die lebendige Tochter vor. Dieser Konstellation wird mit Sinclair der Prototyp des dunklen Vampir mit sexueller Ausstrahlung und trockenem Humor entgegengestellt, der klassischerweise jedes Frauenherz schmelzen lässt.
Dieses Szenario wird mit der schnoddrigen Sprache der Ich-Erzählerin Betsy gewürzt, die wenig von ihren mitunter sehr hochgestochenen Vampirkollegen hält und lieber in ihrem Blondinen-Idiom verharrt. Allerdings können weder Sitz noch heiße Sexszenen darüber hinwegtäuschen, dass die Handlung vonWeiblich, ledig, untot recht dünn und alles in allem auch ziemlich konventionell ist. Für amüsante Lektüre zwischen durch ist Davidsons Vampirkreation bestens geeignet, wer mehr Originalität sucht, ist unter Umständen mit den ähnlich angelegten Romanen von Charlaine Harris besser beraten.
Fazit: Spaßige Mischung aus Natürlich Blond und Dracula