Katalonien, im Nordosten der iberischen Halbinsel mit der Hauptstadt Barcelona, ist das diesjährige Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Genauer gesagt: die katalanische Kultur. Denn Catalunya ist lediglich eine autonome Region Spaniens, erhielt 1979 jedoch wieder eine eigene Regierung, besitzt eine eigene Sprache, eigene Traditionen und eigene Literatur.
Um die katalanische Situation und Kultur zu verstehen, muss man zurückblicken, zu den Anfängen der Sprachentwicklung und der Verschriftlichung, das heißt: zur Literatur.
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Die katalanische Sprache, català, wirkt für diejenigen, die Spanisch und Französisch kennen, etwa wie eine Art Mischung aus diesen beiden. Grammatikalisch wie lexikalisch scheint sie mal eher der einen, mal der anderen Sprache zugewandt. Dies kommt natürlich nicht von ungefähr, schließlich ist es ebenfalls eine der vielen romanischen Sprachen und somit nah mit beiden verwandt. Dennoch stellt das Katalanische eine Besonderheit dar. Einerseits ist es, ähnlich wie Galicisch, Baskisch und Aragonesisch, im Herkunftsgebiet lediglich Regionalsprache, nämlich innerhalb Spaniens in Katalonien, auf den Balearen, der Autonomie València und Teilen Aragoniens, sowie in Teilen Südfrankreichs und der Stadt Alguer auf Sardinien) und andererseits sogar Amtssprache eines Landes: Der Großteil der Menschen im Pyrenäenstaat Andorra spricht català.
Der katalanische Nationalfeiertag ist der 11. September, an dem die Katalanen zwar 1714 ihre Unabhängigkeit verloren haben, jedoch "feiern", dass ihre Kultur dennoch bis heute Bestand hat. International bekannter ist der 23. April, der Gedenktag des Schutzheiligen Sant Jordi, an dem man Rosen und Bücher verschenkt und den die UNESCO unter anderem dadurch, dass an diesem Tag auch Miguel der Cervantes und William Shakespeare gestorben sind, zum Welttag des Buches ausgewählt hat.