Seit Jahren treibt der unheimliche Serienmörder Möbius das FBI an den Rand der Verzweiflung. Am Schlimmsten ist es aber für die junge Agentin Tess McCallum, deren Partner und Liebhaber eines von Möbius’ Opfern wurde. Ihn zu stellen hat sie zu ihrer wichtigsten Lebensaufgabe gemacht. Doch auch sie ist auf den neuen Schlag des Mörders nicht vorbereitet.
FBI-Agentin Tess McCallum macht eine schlimme Zeit durch. Ihr Partner und Geliebter ist dem berüchtigten Serienkiller Möbius zum Opfer gefallen, und die nachfolgende Zeit der Trauer hat zusätzlich zu einem spürbaren Karriereknick geführt. Doch als Möbius erneut zuschlägt, wird Tess von ihrem Boss Andrus wieder in das Team der Spezialeinheit berufen, denn nun muss das FBI sich einer kombinierten Bedrohung stellen: Möbius ist nicht nur aktiv, er ist auch im Besitz eines hochgefährlichen Nervengases.
Obwohl Tess in ihrem eigenen Team immer wieder von männlichen Kollegen angefeindet und gemobbt wird, folgt sie der blutigen Spur des Mörders. Als dieser in einem Chemielabor seinen ersten Fehler macht, findet Tess eine Spur, die sie in die Vergangenheit von Möbius führt, doch die Wahrheit um seine Identität liegt zu nahe, als dass sie erkennen könnte. Als eine undichte Stelle im Team die Presse auf den Plan ruft, wird Tess aus dem Team geworfen und scheint ihre letzte Chance zu verlieren, Möbius zu vernichten.
Anzeige Die Agentin ist jung, blond, klug und vom Leben tief verletzt. Außerdem ist sie eine Frau in einer Männerwelt, die ihr immer wieder Steine in den Weg zu legen versucht. In gewisser Weise ist die Figurenkonstellation ein moderner Spiegel der derzeit so beliebten historischen Romane, in denen starke Frauen sich gegen das Patriarchat durchzusetzen versuchen. Und damit ist eigentlich schon alles gesagt, was es über die Hauptfigur zu sagen gibt – sie ist austauschbar.
Doch wenn schon die Heldin nicht zu überzeugen vermag, dann gibt es immer noch Hoffnung auf einen faszinierenden Schurken. Wer ist dieser gefährliche Killer, der Polizei und FBI in Atem hält? Auf den ersten Blick wirkt auch er wie ein reines Fließbandprodukt des gestörten Mörders mit dem furchtbaren Kindheitstrauma, doch mit der Zeit tritt eine Entwicklung ein, die zwar nicht neu, doch in dieser Kombination unerwartet ist. Unversehens wird aus dem amerikanischen Reißer ein beinahe klassischer Krimi, bei dem die Identität des Täters der Regel vom Unverdächtigsten folgt.
Unterm Strich ist Miasma eine flüssige Lektüre für zwischendurch, die die gängigen Anforderungen an einen guten Spannungsroman erfüllt, darüber hinaus aber zu wenig Eigenständigkeit hat, um wirklich aus der Masse ähnlicher Romane herauszustechen. Einzig einige der Nebenfiguren, erstaunlicherweise besonders die unsympathischen, erfreuen durch ihre Ecken und Kanten und ihre unverfrorene Verweigerung von political correctness.
Fazit: Spannender Thriller mit Figuren, die zum Klischee neigen
Michael Prescott Miasma Tödliches Gift
(Originaltitel: Next Victim)
Aus dem Amerikanischen von Helmut Splinter
Knaur
459 Seiten, EUR 8,95
ISBN-10: 3426633361
ISBN-13: 978-3-426-63336-6
Er nennt sich Mobius und ist ein raffinierter Serienmörder, der dem FBI noch jedes Mal entkommen ist. Ihn endlich zu stellen ist für Detective Tess McCallum zum einzigen Lebenszweck geworden denn Mobius hat ihren Lover auf dem Gewissen.Doch nun ist der Killer im Besitz einer tödlichen Waffe: Sein letztes Opfer hatte einen kleinen Behälter mit hoch giftigem Nervengas aus einem Forschungslabor gestohlen und Mobius hat ihn an sich gebracht. Das Giftgas könnte Tausende von Menschen das Leben kosten, nicht zuletzt Tess. Ein mörderischer Zweikampf entbrennt ...