Der Kaiser ist tot, lang lebe der Kaiser – nach dem Tod Friedrichs II. stöhnt das Volk unter den hohen Steuern, mit denen seine Nachfolger das Land knechten. In die wachsende Unzufriedenheit und Verzweiflung tritt ein alter Mann, der behauptet, der Kaiser zu sein. Doch sein Erscheinen ist nicht für alle ein Segen.
Auf der Flucht vor einem wütenden Kaufmann macht der halbwüchsige Straßenjunge und Dieb Marcus einen beinahe unglaubliche Bekanntschaft; er wird von einem würdigen Greis gerettet, der von sich behauptet, der tote und zurückgekehrte Kaiser Friedrich Barbarossa zu sein, der gekommen ist, um das Volk vor der Regentschaft der unfähigen Nachfolger zu erretten. Doch vorläufig interessiert Marcus nur, dass er ihm die Gelegenheit gibt, zu entschlüpfen und seine Beute zu zählen.
Doch die ist mehr als enttäuschend. Das seltsame Pergament wirft er gleich weg, lesen kann Marcus ohnehin nicht, den Rest teilt er sich mit seinem besten Freund Jonas. Als dieser kurz danach ermordet wird, ahnt Marcus noch nicht, dass der Grund eben jenes Schriftstück ist. Hals über Kopf flieht Marcus aus Neuss, so dass das Dokument dem Besitzer der Kneipe in die Hände fällt. Er, ein Mönch und ein Ziegenhirte kommen dem Geheimnis des Kaisers auf die Spur.
Anzeige Das Spannendste an Frank Kurellas historischem Neuss-Krimi ist vielleicht die Tatsache, dass die Handlung auf einer wahren Begebenheit beruht. Fiktive Figuren wie Marcus oder Pater Norbert kreuzen ihre Wege mit historischen Würdenträgern und solchen, die es gerne wären. Vor genau recherchierter Kulisse entfaltet sich ein abenteuerliches Stückchen Geschichte, das den Leser zum Schmunzeln und Staunen bringt.
Doch leider bleibt der Leser in der Haltung eines interessierten Beobachters, der Schritt in die halb fiktive, halb historische Welt gelingt letzten Endes nicht. Die erdachten Figuren sind zwar sympathisch, aber doch auch austauschbar, das gilt insbesondere für den jungen Helden, der angesichts der Gefahr über sich hinauswächst, abgesehen davon aber keine interessanten Charakterzüge aufweist.
Ähnliches lässt sich auch über die Sprache sagen, die flüssig, aber eben auch nicht außergewöhnlich ist und eine Handlung transportiert, die abgesehen vom historischen Interesse eher einfach gestrickt ist. So empfiehlt sich Das Pergament des Todes wohl eher für historisch interessierte Leser, die weniger Wert auf eine ausgefeilte Krimihandlung legen.
Fazit: Historisch interessante Episode eher unspektakulär verpackt