Rustan hat eine geniale Idee und vertraut sich damit seinem Freund Sven-Ove an. Er will die "Liga der Unsichtbaren", den größten Geheimclub von ganz Schweden, gründen. Die Mitglieder will er mit Hilfe von Kettenbriefen finden. Einen Brief hat er schon vorbereitet, der muss nun abgeschrieben werden. Auch Clubgesetzte hat er sich ausgedacht und welche Ausrüstung man braucht, steht auch schon fest. Sogar ein Geheimalphabet gibt es.
Rustans kleine Schwester Liv hilft beim Abschreiben und schon können die ersten Briefe verschickt werden. Ein erster Auftrag lässt auch nicht lange auf sich warten. "Die Liga der Unsichtbaren" soll nach einem Einbrecher, dem Ewigen Erwin, Ausschau halten. Ein erstes Treffen der Mitglieder wird daraufhin angesetzt. Leider wird es von der Hausmeisterin gestört, die angesichts der maskierten Gestalten in ihrem Hausflur in Ohnmacht fällt. Jetzt ist guter Rat teuer.
Schließlich wird Rustans Mutter verdonnert, sich um die Frau zu kümmern. Die findet das ganz und gar nicht lustig. Als dann auch noch Liv mit ihrem unsichtbaren Fantasiehund nervt und den Tierarzt kommen lässt, ist das Maß voll. Die Kinder werden zur Großmama verfrachtet. Soll diese doch die Kinder auf den Boden der Tatsachen zurückholen!
Doch in der Wohnung der Großmama geht es weiter turbulent zu. Liv denkt nämlich gar nicht daran, ihren unsichtbaren Hund Zuhause zu lassen. Und auch Rustan will seine Aktivitäten rund um "Die Liga der Unsichtbaren" fortsetzten. Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als in der Wohnung der Großmutter auch noch zu spuken beginnt. Offensichtlich treibt ein Geist sein Unwesen.
Anzeige Was für eine wunderbare Geschichte! Sie erschien zum ersten Mal 1960. Für ihr schriftstellerisches Gesamtwerk wurde Gunnel Linde mit dem Astrid-Lindgren-Preis geehrt und genau in diesem Stil ist das Buch auch geschrieben. Helden der Geschichte sind zwei ganz normale Kinder mit sehr viel Fantasie, die das geruhsame Leben ihrer Großmutter gehörig durcheinander bringen. Allerdings ist die alte Dame den Kindern durchaus gewachsen, wie sie als Witwe eines Generals sehr anschaulich demonstriert.
Die Geschichte ist aber nicht nur überaus spannend, sondern auch über alle Maßen lustig. Die kleine Liv mit ihrem unsichtbaren Hund sorgt für einige aufregende Szenen. Man hält es nicht für möglich, aber sogar bei der Verbrecherjagd ist der Hund nützlich. Das zeigt, man muss nur ganz fest daran glauben, dann ist alles möglich. Die Charaktere im Buch, ob nun sichtbar oder nicht, sind perfekt ausgearbeitet. Dazu gehören auch der Ewige Erwin, der zunächst für ein Gespenst gehalten wird, und seine Kumpane.
"Die Liga der Unsichtbaren" ist ein leicht lesbarer Kinderkrimi, der sich besonders gut zum Vorlesen eignet. Das Vergnügen, ihn zu lesen, sollte geteilt werden.
Die Zeichnungen spiegeln die Lebendigkeit der Geschichte leider nicht wieder. Zudem haben die Kinder auf den Bildern nichts kindliches an sich. Sie sehen aus wie Erwachsene. Aber die eigene Vorstellung zaubert ohnehin ganz andere Bilder.
Gunnel Linde Die Liga der Unsichtbaren Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer
Mit Bildern von Peter Schössow
Gerstenberg Verlag, 2007
190 Seiten, gebunden, 12,90 Euro
ISBN-10: 3836951436
ISBN-13: 978-3836951432
Was tun Eltern, wenn ihr Sohn mitten im größten Stress dafür sorgt, dass die Hausmeisterin ohnmächtig wird, und wenn ihre Tochter Vitamintabletten für einen Hund bestellt, den nur sie sieht? Klar - sie schicken sie zu ihrer resoluten Großmutter! Doch damit kehrt keineswegs Ruhe ein, denn die Liga der Unsichtbaren, zu der die Kinder gehören, ist gerade dabei, ihren ersten Fall zu lösen - der Ewige Erwin, ein stadtbekannter Dieb, muss endlich gefasst werden!
Außerdem muss der Hund vor der Großmutter versteckt werden, und da bietet sich der Flurschrank an, dessen Tür sich von nun an auf geheimnisvolle Weise immer wieder öffnet - schließlich braucht der Hund Luft zum Atmen. Gespenster sind im Haus - das ist die einzige Erklärung, die Großmutter samt Haushälterin dafür haben. Eine Geisterwache wird anberaumt, und damit beginnt eine turbulente Nacht, in der schließlich auch die Liga der Unsichtbaren und damit 42 Stockholmer Jungs und ein Mädchen zum Einsatz kommen. Denn im Wandschrank
sitzt kein anderer als der Ewige Erwin...